Neuköllner Glaspalast eröffnet

Trübe und trist ist die Welt, kurz vor Weihnachten, wenn die Menschen einsam durch die Straßen hetzen, um ihre Shoppinglisten abzuarbeiten. Passend zur Jahreszeit hat in der Neuköllner Karl-Marx-Straße jetzt ein frisches Highlight der Shoppingkultur seine Tore geöffnet.

weihnachts_shoping.jpg

Es ist schon ein paar Wochen her, das muss ich gestehen, und ich hätte es beinah nicht geglaubt. Doch tatsächlich, die Baustelle war weg und der Glaspalast sah so gut wie fertig aus. Auch etliche Läden waren schon offen. Irgendwie kam es mir zwar komisch vor, dass es da nirgendwo einen Eingang gibt. Außerdem standen da ja noch die Baukräne herum. Ich mochte also dem Eröffnungstrubel nicht so recht glauben.

Gestern las ich es dann, im Shopping Guide Neukölln (PDF): Es ist gar kein Shopping-Center, wie es schon so viele gibt. Ein Innenraum existiert nicht, also auch kein Eingang dazu. Es handelt sich vielmehr um ein „modernes Geschäftshaus“, in dem jeder Laden seinen eigenen Eingang hat, sich zum Teil über zwei Geschosse erstreckt und damit den „neuesten Trends“ folgen. Etwas von „verwirklichten Visionen“ steht auch noch da. Allen Ernstes. Na ja…

Die Frage bleibt natürlich, warum sich in dem Glasding fast nur Läden befinden, die ohnehin schon in unmittelbarer Nähe vorhanden sind. C & A zum Beispiel befindet sich direkt gegenüber. H & M liegt vielleicht hundert Meter weiter. Allerdings scheint es sich bei dem neu eröffneten Laden um die Edelvariante des schwedischen Fashiondiscounters zu handeln. Immerhin. Lediglich Aldi ist tatsächlich umgezogen. Der alte, viel zu kleine Schmuddelladen in der Anzengruberstraße wurde zugunsten des nagelneuen Untergeschosses im Glaspalast aufgegeben. Und das könnte doch für Neukölln einen wirklich großen Fortschritt bedeuten. Oder etwa nicht?

Aber sonst? Zum Gähnen langweilig und, wie zu erwarten, scheußlich.

Diesen Artikel teilen:

Ein Kommentar

  1. Nunja,
    ich bin doch eher der Meinung, dass wir genügend der riesigen Glasbauten als Shoppingcenter haben.
    In Berlin gibt es mittlerweile so viele Einkaufscenter, unglaublich.
    Und viele davon sind gar nicht mal so gut besucht, wie man sich vorher versprochen hatte.
    Dass man nun jedes Geschäft einzeln betreten kann, finde ich jetzt gar nicht mal so positiv. Im Einkaufscenter kann man auch bei schlechtem Wetter gemütlich vor sich hinschlendern, dort muss man immer wieder rausgehen.


Hinweis: Links zu kommerziellen Seiten werden gelöscht. Auch "Testseiten", sogenannte "Ratgeber" und andere reine MFA-Seiten (=gemacht für Anzeigen) fallen darunter.