Demo gegen Massentierhaltung

Demonstrationen gibt es in Berlin sicher jeden Tag, das ist nichts Besonderes. Auch am kommenden Samstag geht es auf die Straße, diesmal gegen die allgemein praktizierte Massentierhaltung. Unter dem Motto WIR HABEN TIERFABRIKEN SATT! rufen verschiedene Gruppierungen und Verbände zum Protest auf.

Das Kölner Blog Freiheit und Frieden sagt dazu:

Dabei ist bekannt, dass in Massentierhaltungsanlagen mit Tieren auf eine Weise umgegangen wird, die uns als Gesellschaft beschämen muss. Es ist bekannt, dass die Massentierhaltung eine wesentliche Ursache des Klimawandels ist und dass sie die Umwelt hierzulande schädigt. Es ist bekannt, dass der hohe Fleischkonsum unserer Gesundheit nicht bekommt, und dass die Massentierhaltung unkalkulierbare Risiken im Hinblick auf die Entstehung neuer Epidemien birgt. Es ist bekannt, dass die Verfütterung von Getreide an Tiere eine Ressourcenverschwendung darstellt, die wir uns angesichts des Welthungers nicht leisten dürften, und dass der Export von Produkten aus Massentierhaltung Bauern in ärmeren Ländern die Existenzgrundlage raubt. Dieses Wissen muss endlich politische Konsequenzen haben.

Wir fordern den Ausstieg aus der Massentierhaltung und die Transformation zu einer sozial-ökologischen Landwirtschaft.

Einen solchen Richtungswechsel einzuleiten, kann nicht dem Markt bzw. den Kaufentscheidungen von Einzelnen überlassen werden. Wo Gemeingüter in Gefahr sind, bedarf es politischer Regelung.

Man muss keine überzeugte Veganerin sein, kein mit sich kämpfender Vegetarier, ja nicht einmal ein mitfühlender Tierfreund, um zu sehen, dass hier politischer Regelungsbedarf besteht. Genauso wenig, wie man Nudist sein muss, um unmenschliche Arbeitsbedingungen in Sweatshops kritisieren zu können. Wir rufen deswegen alle verantwortungsbewußten Menschen auf, sich uns anzuschließen.

Das sind sicherlich nur einige, aber dafür schwerwiegende Argumente, um sich gegen diese Praxis unserer Nahrungsmittelherstellung zu stellen. Und wie es dort steht: Es geht nicht darum, Veganer zu sein oder zu werden. Es geht nicht um diese ganz persönlichen Entscheidungen, die jedem selbst überlassen sind. Aber es geht um eine klare Forderung an die Politik. Und deshalb geht es am Samstag auf die Straße.

Es gibt aber auch einen Appell für den Ausstieg aus der Massentierhaltung, der ganz einfach Online unterzeichnet werden kann.

Demodaten: Kommenden Samstag, 22. Januar 2011, Start 12h am Hauptbahnhof, Abschluss am Brandenburger Tor

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2 Kommentare

  1. Der Grad der kognitiven Dissonanz mit der diese Debatte geführt wird, ist immens.

    Natürlich geht es darum vegan zu werden und nicht die Verantwortung von eigenem Handeln auf Lobbyvertreter zu übertragen.

    Ich habe gerade einen Film zum Thema gesehen auf tagesschau.de, bei dem eine Frau einer Vorlesung von „Tiere essen“ beiwohnte. Sie sei hier, meint sie, um weniger Fleisch zu essen.

    Die erste Problematik die die nichtvegane Gesellschaft hier begreifen muss, ist ihr Suchtproblem. Aussagen wie die der interviewten Frau erinnern in eklatante Weise an Alkoholiker, die gerne mit dem trinken aufhören möchten.

    Wie gut das funktioniert, wenn jemand „weniger Trinken möchte“ weiss man ja.

    So ist auch die Demo gegen die Massentierhaltung geprägt vom gleichen, geistigen Habitus von Süchtigen, die Tiere von nunan nurmehr totkuscheln möchten auf Biofarmen.

    Diese Forderung nach „nachhaltiger“ Tierbenutzung kann man nur als bizarr bezeichnen, denn wenn alle bio machen, wird das nicht nur *auch* eine Massentierhaltung, die benötigte Ausdehnung der Flächen die dafür nötig sind, sind schlichtweg nicht vorhanden. Denn wer das für den globalen Konsumenten denkt, fragt sich, wo wir eigentlich die zusätzlich benötigten Planeten herbekommen sollen um den Platz zu realisieren.

    So ist diese Veranstalung mitsamt der anhängigen Diskussion denn auch nichts weiteres als eine zu Zwecken der Betroffenheitssimulation ritualisierte Selbsthypnose von Suchtkranken.

  2. find ich gut


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