Ökologischer Kahlschlag im Wuhletal wegen IGA

Heute kam eine Mails von Angelika Paul / Bürgerinitiative Berliner Gartentisch mit alarmierenden Infos – – ich gebe den Inhalt im Originaltext wieder, mein Kommentar steht am darunter. Los geht’s:

Erschreckende Fotos haben mich erreicht. Das wildromatische Feuchtgebiet am Kienberg neben den Gärten der Welt, das für die Internationale Gartenschau, IGA Berlin 2017, umgestaltet wird, verliert seinen bisherigen Landschaftscharakter, seinen Pflanzen- und Tierreichtum.

Die Wasserqualität der Wuhle, ein Nebenfluss der Spree und einer der längsten Flüsse Berlins, ist unzureichend. Dem Senat ist das schon lange bekannt. Deshalb sollte in diesem Jahr die Wuhle im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichlinien (WRRL) vollständig renaturiert werden.

Dafür ist laut Senat zur Zeit kein Geld und kein Personal vorhanden.

Aber dafür ist Geld da!:

Für die IGA 2017. Das Natur- und Landschaftsgebiet Kienberg und Wuhletal, angrenzend an die Gärten der Welt, wird mit einbezogen. Für unsinnige Brücken und andere Baumaßnahmen werden schwere Eingriffe in die Wuhle (Verrohrung), die angrenzenden Feuchtgebiete und Kleingewässer vorgenommen, so dass sie trocken fallen .

Verrohrung der Wuhle

Und das entgegen noch gültiger Landschaftspläne, ohne Bebauungspläne, Umweltverträglichkeitsprüfungen, geschweige denn Planfeststellungsverfahren.

  • Die europaweit strengstens geschützte FFH-Art Großer Feuerfalter, ein Schmetterling, der sich im Wuhletal mit einem reichen Bestand seiner Futterpflanze. Großer Flussampfer, angesiedelt hatte, ist in diesem Jahr noch nicht wieder aufgefunden worden,
  • das Schilf ist gemäht,
  • die brütenden Vögel werden werden durch lautstarke Rammen und Bodenerschütterungen gestört und vergrämt,
  • die Wuhle, die laut europäische WRRL in einen guten ökologischen Zustand überführt sein sollte, wurde verrohrt, ihr Wasser wird abgepumpt u.a.m.

Das Wuhletal fällt trocken; die Wasservögel suchen nach ihrem Biotop.

Enten suchen nach Wasser

Die IGA Berlin GmbH betont, dass in alle Maßnahmen führende Berliner Naturschutzverbände wie NABU, BUND und Grüne Liga und deren Dachverband, die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN), eingebunden sind.

Helfen Sie mit, diesen Wahnsinn zu stoppen!
Erste Priorität hat die Umsetzung der EU-WRRL zum Wohle unseres Trinkwassers und unserer Gesundheit!

Mehr Informationen:
Webseite: www.berliner-gartentisch.net/IGA-2017-Berlin-Recherche/index.html
Video: https://www.youtube.com/watch?v=TA9_HttLdAE
Mail an Bürgerinitiative: info@buergerinitiative-kienberg-wuhletal.de

***

Mein Kommentar: Leider wird man das nicht mehr verhindern können, es sind ja bereits vollendete Tatsachen geschaffen. Die IGA mit all ihren drastischen Umgestaltungen wird durchgezogen – legal, illegal, scheißegal. Allenfalls kann man Ausgleichsmaßnahmen und evtl. eine teilweise Renaturierung DANACH verlangen.

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ClaudiaBerlin

Autor: ClaudiaBerlin

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