Ganz normaler Familienalltag: Blick in eine Erziehungsstelle

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Bunte Bauklötze liegen auf dem Teppichboden, ein großer gelber Spielzeugkran steht auf dem Couchtisch. Vier Kinder sitzen zappelnd um den Esstisch, trinken Früchtetee, essen Schokokekse und können es kaum erwarten, endlich weiterzuspielen.

Beim Blick in die Familie Abelt* sieht man einen ganz normalen Familienalltag. Von außen ist nicht zu erkennen, dass zwei der fröhlichen Kinder bei der Familie keine leiblichen Kinder von Claudia* und Thomas* Abelt sind. Bei dem Paar leben neben den eigenen Kindern zwei Erziehungsstellenkinder. Claudia Abelt ist von Beruf Erzieherin und seit drei Jahren Leiterin der Erziehungsstelle unter der Trägerschaft der h&p Baden-Württemberg Kinder-, Jugend- und Familienhilfe gGmbH. Sie betreut in ihrem Zuhause in Berlin Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können.

Spaziergang

Der Unterschied zu einer „normalen“ Pflegefamilie entsteht durch eine Betriebserlaubnis, die die Erziehungsstelle als stationäre soziale Einrichtung anerkennt. Dafür ist es notwendig, dass die Leitung der Erziehungsstelle eine pädagogische oder psychologische Ausbildung mit sich bringt. Finanziert wird die Erziehungsstelle durch den Träger, der die Kosten mit dem Jugendamt abrechnet.

Stabilität und Beständigkeit

Im Alltag der Erziehungsstelle ist davon nichts zu spüren: Hier steht die Familie im Vordergrund. Es geht vor allem um die Gestaltung eines geregelten Familienalltags sowie um Beständigkeit und stabile Beziehungen.

„Ganz wichtig sind für uns gleichbleibende Tagesabläufe wie feststehende Essenszeiten. Aber auch auf jährlich wiederkehrende Rituale legen wir großen Wert,“

erzählt Claudia Abelt. Zu den Ritualen der Familie gehört beispielsweis eine Wanderung am Ostersonntag zu einer nahgelegenen Quelle oder ein großer Herbstspaziergang, bei dem tütenweise Kastanien gesammelt werden, mit denen es sich im Anschluss daran wunderbar spielen lässt. Und nicht zu vergessen der Heiligabend, der für die ganze Familie, gerade weil er immer gleich abläuft, etwas ganz Besonderes ist. Claudia Abelt erzählt, wie die ganze Familie abends um den geschmückten Weihnachtsbaum zusammensitzt und alle beim Vorlesen der Weihnachtsgeschichte lauscht. Bevor es später am Abend an das Auspacken der Geschenke geht, isst die Familie gemeinsam das Traditionsessen der Familie: Kartoffelsalat mit Würstchen. Diese und andere Rituale sind der Familie so wichtig, um den aufgenommenen Kindern und Jugendlichen die Beständigkeit zu bieten, die sie bisher kaum erlebt haben.

„Natürlich bringen die Kinder und Jugendliche, die zu uns kommen, viel mit sich. Das stellt uns als Familie immer wieder vor neue Herausforderungen,“

sagt Claudia Abelt. Dennoch ist das Paar Abelt glücklich mit der Entscheidung, eine Erziehungsstelle gegründet zu haben und damit jungen Menschen das Aufwachsen in einem familiären Umfeld zu ermöglichen. Dabei weiß es die Unterstützung des Trägers h&p Baden-Württemberg Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH immer hinter sich. Hier kann sich das Paar zu jeder Zeit an eine feste Fachberatung wenden, die sie in ihrer Tätigkeit als Erziehungsstelle fachkompetent unterstützt.

*Namen wurden geändert

***
Die h&p Baden-Württemberg gGmbH ist immer offen für pädagogische Fachkräfte, die es sich vorstellen können, selbst eine Erziehungsstelle zu gründen und ihr privates Umfeld für diese anspruchsvolle Aufgabe zu öffnen – nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch in Berlin.

Mehr dazu:

Erweiterung des Betreuungsangebotes um eine neue Erziehungsstelle in Berlin

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