2. September 2010
Die Umstellung ist voll im Gang, der 1. September war das Ende der 75-Watt-Glühlampe, nachdem die 100er schon länger vom Markt verschwunden ist. Nur noch klare Glühlampen mit 60 Watt und weniger dürfen künftig an den Handel ausgeliefert werden.

Meist ersetzen Energiesparlampen die alten Birnen. Die aber enthalten bekanntermaßen giftige Stoffe, vor allem Quecksilber. WIE PROBLEMATISCH das ist, kann man anhand der Tipps für das Verhalten bei Glasbruch ablesen, die DasErste.de mal im Artikel “Giftige Dämpfe im Wohnzimmer” zusammengestellt hat.
E-Sparlampen sind Sondermüll
Darum soll es aber hier nicht gehen, sondern um die Entsorgung. Bisher landeten Glühbirnen einfach im Hausmüll, die Energiesparlampen (= Kompaktleuchtstofflampen) müssen aber als Sondermüll entsorgt werden. Das Umweltbundesamt (UBA) schreibt dazu in seinen “Fragen & Antworten”:
“Kompaktleuchtstofflampen und stabförmige Leuchtstofflampen enthalten Quecksilber. Deshalb gehören diese Lampen, wenn sie ausgedient haben, nicht in den Hausmüll oder gar den Glascontainer, sondern sind bei einer geeigneten Sammelstelle für Altgeräte abzugeben. Nur dann kann Quecksilber getrennt erfaßt und das Lampenglas verwertet werden. Die Rückgabe ist für Sie als Privatperson kostenlos. Wo sich die für Sie nächste Sammelstelle befindet, erfahren Sie von der Abfallberatung Ihrer Kommune. Einen Teil der Sammelstellen finden Sie auch unter http://www.lichtzeichen.de. “
Nun, ich hab nachgeschaut – da gibts eine Google-Map, auf der nach Eingabe der eigenen PLZ und Straße die offiziellen Annahmestellen angezeigt werden. Im PLZ-Bereich 10245 gibt es GAR KEINE!! Ich soll vom Rudolfplatz einen ganzen Kilometer bis zum Hellweg-Markt laufen, um eine Lampe loszuwerden. Na klasse! Ansonsten gibts noch Kaufland in der Marktstraße 6 (PLZ 10317 / Lichtenberg) und in der Karl-Marx-Straße 66 (12043 / Friedrichshain). Für mich beides deutlich weiter weg.
Wer läuft denn meilenweit fürs Wegwerfen einer Glühbirne?
Tolle Sache, dieser ach so umweltfreundliche Birnen-Salat! Klar, ich will keine Umweltsau sein und bin einigermaßen entschlossen, sie NICHT in den Müll zu werfen. Aber werden das ALLE so machen? Ich liege sicher nicht falsch mit der Idee, dass doch eine ganze Menge Lampen im Müll landen werden! Auch ist nicht einzusehen, dass alle Friedrichshainer diesen Großmärkten quasi “zugetrieben” werden sollen. Warum zum Teufel entsorgt das Zeug nicht die BSR in speziellen Behältern?
Das ist mal wieder typisch: Neue Vorschriften, angeblich wohlmeinende Politiker – und die Bürger sind dann schuld, wenn mehr Quecksilber denn je in die Umwelt gelangt! Mal an die alten Leutchen gedacht, die ganz gewiss nicht mehr so weit laufen können? Ach, was reg’ ich mich auf… man sollte ihnen die E-Sparlampen in die Büros kippen!
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Illu: ©Engel – Fotolia.com

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28. August 2010
Das Sammeln von Unterschriften läuft gut für den Berliner Wassertisch und damit für das angestrebte Volksbegehren. Schon jetzt liegt ein Drittel der nötigen 172.000 Stimmen vor und noch ist Zeit bis zum 27. Oktober. Das ist eine gute Halbzeitbilanz, die zuversichtlich macht.
In der taz wurde das Anliegen des Wassertisches gestern noch einmal aktuell zusammengefasst:
Die Verträge seien eine “Maschine zum Gelddrucken”, sagte Michael Roggenbrodt vom Mieterverein, der das Volksentscheid unterstützt. Die Ausgaben für Wasser, die die Mieter über die Nebenkostenabrechnung bezahlen, seien in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen. In Berlin kostet ein Kubikmeter Wasser 2,29 Euro, in vielen anderen Großstädten liegen die Preise bei 1,60 Euro bis 2,10 Euro. Derzeit bleiben den Wasserbetrieben von jedem Euro, den sie einnehmen, rund 25 Cent als Gewinn. RWE und Veolia kassierten nach Angaben der Finanzverwaltung im vergangenen Jahr 141 Millionen Euro.
Wer also auch will, dass die Wasserverträge offen gelegt werden, und noch nicht unterzeichnet hat: hier ist eine Grafik mit den Sammelpunkten, inbesondere bei den Bürgerämtern. Sammeln kann man aber auch privat, im Verein, im Freundeskreis oder im eigenen Laden.
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20. August 2010
Heute morgen wurde ich von kreischenden Kettensägen geweckt. Entsetzt schaute ich aus dem Fenster und dachte, mich trifft der Schlag: man war da bei, mit Hilfe eines Skylifts die wunderschönen großen Bäume am Rudolfplatz abzusäbeln. Riesige Äste mit Durchmessern von 20, 30 Zentimetern lagen schon am Boden – total gruslig!

Erst dachte ich, die fällen die tatsächlich – weil wieder mal angeblich krank oder zu unsicher. Zum glück stellte sich heraus, dass es sich um ein “Zurückschneiden” handelte. Allerdings ein ausgesprochen DRASTISCHES!!! Offenbar ging es darum, dass auch ja keine klebrige Blüte mehr auf die parkenden Autos fallen darf – und dafür wird gleich ein Dritten der Kronen geopfert, auch die idyllische Überwölbung und Beschattung des Fußwegs. Eine grüne Pracht, die immerhin keiner einzigen Mietpartei auch nur eine Brise Licht weggenommen hat – aber unsere Blechlawine ist uns ja heiliger als alles andere!
So sieht das jetzt aus:

Ich finde es – mit Verlaub – zum Kotzen! Und wünsche mir ein Berlin, das so verarmt ist, dass an derlei übertriebene “Pflegearbeiten” im Traum nicht mehr zu denken ist! Wenn es denn nicht anders geht und sich diese Stadt und dieser Staat auch im 21.Jahrhundert noch nicht dazu verstehen kann, über solche ein-schneidenden Maßnahmen im konkreten Lebensumfeld die Anwohner mitbestimmen zu lassen.
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18. August 2010
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4. August 2010
Für eine der letzten Dreckecken in der schönen neuen Mitte Berlins, das Künsterhaus Tacheles, geht es weiter um die Wurst. Keiner weiß, was geschehen wird oder geschehen soll. Jetzt soll ein Hungerstreik alles Übel abwenden, das heißt zunächst einmal die anstehenden Räumungen stoppen.

Die taz berichtete gestern von der Aktion I SUPPORT TACHELES – ein virtueller „Hungerstreik“, der in erster Linie auf Konsumverzicht abzielt. Aber die Künstler stünden aber bereit für einen echten Hungerstreik, versichert die Pressesprecherin des Tacheles. Falls das von den verantwortlichen wirklich gewünscht sei.
Solidarität ist also vorhanden, wie man sieht. Es gibt aber auch andere Sichtweisen:
Tatsächlich ist das Tacheles-Haus mit seinem vollgekritzelten Treppenhaus und den Schrottskulpturen im Garten längst ein Ort des Kommerzes. Durch das CafĂ© Zapata und die angrenzende Bar schieben sich Touristenmassen, in den Ateliers werden Berlin-Souvenirs feilgeboten. Die Subkultur, die in der Nachwendezeit hier wilde Skulpturen schweißte und Techno-Partys feierte, ist längst weitergezogen. Die ehemaligen Besetzer sind inzwischen so zerstritten, dass sie sich gegenseitig verklagen.
…
Von der linken Szene aber dürfen die Räumungsbedrohten keine Unterstützung erwarten. Eine Initiative namens “Schwarzer Phönix” erklärte, dass man die aktuellen Nutzer ruhig rauswerfen solle – um das Haus danach neu zu besetzen.
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20. Juli 2010
Das Kunsthaus Tacheles hat zu tun. Als letzte Bastion in der gut durchgentrifizierten Mitte Berlins stehen nun offensichtlich etliche Teilräumungen an. Ein erster Versuch am 14. Juli scheiterte, die Metallwerkstatt konnte gerettet werden. Weitere Räumungen sind aber bereits fest eingeplant. So zum Beispiel morgen, wenn das CafĂ© Zapata an der Reihe sein soll und am darauffolgenden Mittwoch, den 28. Juli.
Am Montag ist darüber hinaus eine Demo geplant. Unter dem Motto
Euer Leerstand darf nicht unsere Obdachlosigkeit sein!
geht es am 26. Juli um 13 Uhr vom Tacheles über das Quartier 206 bis zur HSH Nordbank Filiale. Die Bank ist Eigentümerin des gesamten Arreals und drängt offensichtlich auf eine Abwicklung noch in diesem Jahr.
Ob es tatsächlich so kommen wird? Keine Ahnung. Es wäre nicht das erste mal, dass Räumungspläne scheitern. Ansonsten wäre das womöglöich der letzte Sommer, um diesen einzigartigen Komplex zu besuchen.
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