21. Dezember 2009
Früher war alles anders. Brötchen gab es nur sonntags und sie kosteten sechs Pfennig. Oder vielleicht acht. Die Bäckerei und der daneben liegende Blumenladen waren auch am Sonntag geöffnet, zumindest am Vormittag zwischen acht und zwölf Uhr. So ungefähr. Als Kind wurde ich also mit einer Mark zum Bäcker geschickt, um die zehn Sonntagsbrötchen für die Familie zu holen. Zurück kam ich dann mit einer großen, duftenden Papiertüte auf dem Arm und ein paar Groschen Wechselgeld in der Tasche.
Die Brötchen waren frisch gebacken. Immer. Sie hatten eine goldgelb, knackige Kruste und waren innen luftig und weich. Ganz so, wie es sein muss, wenn man frische Brötchen mit Honig liebt. So wie ich.
Heute ist das alles anders, ss gibt offensichtlich kaum noch echte Bäcker. Die Produktpalette wird über Teigrohlinge realisiert, das kann inzwischen jeder. Doch meistens schmeckt es auch so. Nichts erinnert mehr an die duftende Papiertüte von früher. Vermutlich ist das nicht nur in Berlin so, obwohl mir besonders hier das Brot des Bäckers nicht gerade Top zu sein scheint. Ähnlich sieht es auch das Blog Donaustraße, das im letzten Monat einen sauberen Überlick über den Bereich Nord-Neukölln geliefert hat. Dabei werden aber vor allem auch die hiesigen Highlights nicht verschwiegen, man muss nur genauer hinsehen. Alles das kann ich bestätigen.

Zu ergänzen wäre noch das Zimt & Mehl. Eine Bäckerei, die sich darüber hinaus in den letzten zwei, drei Jahren zu einem beachtlichen Café gemausert hat. Im Sommer gut besucht, mit einem vielfältigen Frühstücksangebot und etlichen Terrassenplätzen den Kanal entlang. Zurzeit besticht wohl vor allem die heiße Suppe. Und ein Blick in die History sagt außerdem einiges über die Entwicklung von Neukölln aus.
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30. Juni 2008
Vor einem guten Jahr hatte ich noch das Fehlen von Eisdielen im Kiez beklagt und geschrieben: Das Geld liegt auf der Straße, aber keiner hebt’s auf!
Das hat sich glücklicherweise geändert:

Zwar nicht direkt am Boxi, sondern fast schon an der Warschauer, nämlich in der Boxhagener 121, hat die Gelateria “Piu” (ital.: mehr) eröffnet, die ich kürzlich mit meinem Liebsten zu einem Test-Eis-Essen aufsuchte. weiter…
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25. April 2008
Lange Zeit erschien das Gebiet rund um den Rudolfplatz als gastronomische Wüste, in dem zwar immer mal wieder ein Wirt versuchte, dagegen zu halten, was jedoch “mangels Masse” meist erfolglos blieb. Zuwenig Anwohner, keine Touristen, allenfalls tagsüber suchen ein paar Beschäftigte aus der Oberbaum-City nach dem schnellen Mittagessen.

Als ich nun gestern durch die Rotherstraße schlenderte, fiel mir auf, dass es sich doch deutlich belebt hat: Das aus einem Fast-public-View hervorgegangene “Café Royal” ist zu einem gemütlichen Restaurant mit “Wohnzimmer-Atmosphäre” geworden, dass täglich wechselnde Menüs zu erschwinglichen Preisen anbietet (und gute Zeitungen zum Lesen!). Dass es gefällt, was dem Gast geboten wird, kann man im Szeneblog von Walter Vult und bei instantflorian.de nachlesen. weiter…
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6. September 2007
Und wieder erregt ein Gammelfleisch-Skandal die Gemüter derjenigen, die vom Döner einfach nicht lassen können. Die BZ veröffentlicht Listen der betroffenen Döner-Buden, die angeblich nicht gemerkt haben, was sie da auf dem Spieß haben. Tipps zur Erkennung des Ekelfleisches machen die Runde (darf nicht grau sein und nicht süßlich riechen!), die die Frage aufwerfen, ob die Konsumenten eigentlich noch über Geschmacksnerven verfügen.
WARUM, frage ich mich, steigen die Leute nicht um? Zum Beispiel auf Falafel oder Halloumi? Mit der vegetarischen Boulette und dem leckeren Bratkäse geht man kein Risiko ein, zudem schmeckt es wirklich toll!

Mein Lieblings-Araber in Friedrichshain ist in der Revaler Straße, ziemlich weit oben zur Warschauer hin, gegenüber dem RAW-Gelände. Falafel schmeckt dort pikanter als anderswo, es ist erstaunlich preiswert und die Bedienung super nett. Wer mag, trinkt zum Essen den kostenlosen Tee aus dem Samowar, der mich drüber nachdenken lässt, mir auch so ein Gerät anzuschaffen! (Achtung: mindestens dreimal soviel heißes Wasser zum Tee-Extrakt schütten!)
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12. Januar 2007
Da das KARMA sich aus meiner Sicht so enttäuschend entwickelt hat, freue ich mich umso mehr, jetzt ein indisches Restaurant gefunden zu haben, dass richtig gut ist: Das SALT & Pepper in der Neuen Bahnhofstraße 33. Es sieht aus wie eine Cocktailbar, also ohne indischen Schnickschnack, der mir auch nicht wirklich fehlt.
Geboten wird nordindische Küche, traditionell im Lehmofen zubereitet. Das Rühmenswerte an den Speisen ist, dass es bei Salt & Pepper nicht “wie überall” schmeckt! Zwar bietet die Speisekarte durchaus das gewohnte Inder-Programm, doch zeigt sich der Grund, warum ich das Lokal hier rühme, beim Essen: Hier werden all die interessanten Soßen und Würzmischungen SELBST zubereitet, nicht als Fertigprodukt eingekauft! Wow, das macht einen gewaltigen Unterschied! Endlich mal nicht dieser Einheitsgeschmack, der fast überall die Curry-, Sahne-, Kräuter-, und Chili-Soßen bestimmt.
Angenehm auch die interessanten Nachspeisen – wir aßen etwas ganz Exotisches mit Eis, dessen Name mir zwar nicht im Gedächtnis blieb, wohl aber, dass es köstlich schmeckte und gut für zwei reichte! Bei den meisten Indern gibt es grade mal diese honigvollgesogenen panierten Bananan und Lychees aus der Dose – wenn überhaupt Süßes auf der Karte steht.
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15. August 2006

Indisches Restaurant KARMA am Rudolfplatz
Im Gebiet um den Rudolfplatz ist es deutlich ruhiger als im umtriebigen Boxhagener Kiez, wo sich Kneipe an Kneipe reiht. In der Simon-Dach-Straße herrscht ja manchmal regelrechte Oktoberfest-Stimmung, wenn die Touristen bei warmem Wetter in Massen strömen – hier dagegen ist nicht viel los, was mir auch echt gut gefällt! Trotzdem hab’ ich mich gefreut, als Anfang 2003 Ecke Modersohnstraße ein Inder eröffnete: sehr preiswert, sehr freundlich, endlich ein Ort, wo ich mit Leuten essen gehen konnte, die ich nicht gleich zuhause empfangen wollte.

Nun war ich eine Zeit lang nicht dort gewesen, hatte aber gesehen, dass das KARMA eine neue Möblierung angeschafft hatte: edle weiße Stühle, die irgendwie gar nicht zum Stil des Restaurants passen. Kannte ich die nicht schon? Sind das etwa die Stühle, die mal im Edelweiß in der Sonntagstraße standen und dort die Leute verschreckten, weil damit alles viel zu FEIN wirkte??? Tatsächlich waren die Stühle dort der üblichen braun-hölzernen Kneipenbestuhlung gewichen – und prompt hatte sich das Lokal belebt. Ob es nun wirklich diesselben Stühle sind, weiß ich nicht, doch scheint mir eine Art “Fluch” an ihnen zu hängen: wo sie stehen, mag kein Gast lang verweilen…. weiter…
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