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PC-Probleme?

Im PC Blog Berlin schreibt Thomas Grabinger über PC-Ärgernisse und ihre Lösungen. Kein Wunder, denn als Computer-Service erweckt er täglich gecrashte PCs wieder zum Leben.
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12. Dezember 2009

Ja wie denn nun, Abendschau? Klimaschutz oder leuchtende Fassaden?

Gestern hab’ ich mich über die Abendschau massiv geärgert: Zum derzeit allgegenwärtigen Thema “Klimaschutz” freute sich Cathrin Böhme zunächst über den Beschluss der EU-Regierungschefs, die CO2-Emissionen bis 2020 um 30% zu reduzieren. Noch recht passend leitete sie dann zum nächsten Beitrag über und ermunterte die Zuschauer zu individuellem, klima-freundlichen Verhalten: “Wer bei uns das Klima schützen will, kann schon beim Einkauf damit anfangen”.

Film 1: Klimafreundlich einkaufen

Jetzt ging es um klimaschädliche und klimafreundliche Lebensmittel, bei deren Auwahl jeder Einzelne beim Einkauf die globale Erwärmung ein wenig mitsteuern könne: Man sah Larissa Glatt (Intro: “die drohende Klimakatastrophe zwingt uns zum Handeln…”) mit dem Experten Hüschfels vom Institut für okologische Wirtschaftsforschung über den Winterfeldmarkt bummeln. weiter…

29. November 2009

Menschen im öffentlichen Nahverkehr

Jedes Jahr, immer ungefähr um diese Zeit, beginnt für mich die winterliche U- und S-Bahn Saison. Manchmal fahre ich sogar mit dem Bus, was ein ganz besonderes Sardinenerlebnis ist. Ich gebe zu, früher war ich härter im Nehmen. Da bin ich auch im Winter auf zwei Rädern unterwegs gewesen. Ich erinnere mich an gefrorene Sitzbänke, hart wie Backstein. Und an eingefrorene Stoßdämpfer, auch keine Freunde. Beides zusammen ist natürlich besonders apart. Inzwischen bin ich alt und entwickle mich zur Memme. Ich kaufe Monatskarten, tatsächlich. (Die für Dezember übrigens mit S-Bahn Ermäßigung wegen der anhaltenden Unannehmlichkeiten dort. Ich weiß nicht genau, wer das alles bekommt, aber ich  zumindest kam in den Genuss.)

In jedem Jahr bin ich aufs Neue überrascht, beinah erschrocken, obwohl ich es langsam wissen sollte. Diese Unmengen von Menschen, die hetzen oder schleichen, die warten oder suchen, die schlafen oder telefonieren. Lauthals. Menschen schreien, hemmungslos, andere lallen oder singen. Neulich hat einer geschnarcht, mittags um halb eins. Eine halbleere Bierflasche fest in der Hand. Ohrstöpsel scheppern meistens eine scheußliche Mucke in die unfreiwillige Runde. Dazu die vielen Musiker, die von Wagon zu Wagon ziehen. Immer wieder dieselben Figuren, die ihre Instrumente nicht wirklich beherrschen. Fürchterliche Intrumente mitunter. Besonders viele Akkordeonspieler in diesem Jahr, das finde ich aus persönlichen Gründen absolut grausam. Sicher fünf Jahre habe ich mich auf diesem Instrument gequält, für nichts und wieder nichts. Etwas anderes war aber nicht im Angebot. Die Musiker kümmert das natürlich nicht. Ebensowenig die Menschenmassen um mich herum, die aber ganz sicher auch nicht hinhören. Die lesen nur oder spielen mit ihrem Handy. Oder starren ratlos auf das Berliner Fenster. Genau wie ich. Alle sind sie für sich, irgendwie. Allein.

Wirklich furchtbar sind die Weinenden. Vielleicht muss das so sein, bei diesen Massen, dass da immer wieder mal eine dabei ist. Meistens sind es ja Frauen. Ich hatte schon zwei, allein im November. Dabei war ich die Häfte der Zeit noch mit dem Motorrad unterwegs. Die eine stand ganz still in der S-Bahn, gleich bei der Tür, und sah vorsorglich nach draußen. Die zweite lief gestern Nachmittag schluchzend über den Bahnsteig, das Telefon am Ohr und beide Hände vor dem Gesicht.

22. November 2009

Tante Fatma und die Kopftuchoma

Gestern Abend steht sie plötzlich vor meiner Wohnungstür, zeigt auf sich und sagt: Tante Fatma. Sie trägt dunkle Kleider, einen langen Mantel und ein Kopftuch natürlich. Schwarze Lederschuhe, in den Händen ein Stoffbeutel. Sie ist alt und klein und lacht mich an. Ein wenig zweifelnd, verzweifelt vielleicht.

Sie erinnert mich an meine Oma in ihren ewigen Kittelschürzen. Die hat auch manchmal Kopftuch getragen, klassisch unter dem Kinn geknotet. Sogar ich, als Kind, bin von dieser Mode nicht verschont geblieben. Wie ich heute auf alten Fotos sehen kann, zu meinem großen Schrecken. Irgendwann kamen die ersten Türken mit ihren weiten Röcken, Pluderhosen und Kopftüchern in die Nachbarschaft. Dann starb mein Opa. Anschließend ist meine Oma schleunigst dort weggezogen. Wenn sie nicht noch Schlimmeres getan hat, vor lauter Angst.

Inzwischen ist meine Oma schon lange tot. Und vor der meiner Tür steht Tante Fatma, die damals vielleicht die Nachbarin gewesen sein könnte. Jung und verängstigt, allein, in einem fremden Land. Eine, vor der meine Oma geflüchtet ist. Ich verstehe nicht, was Tante Fatma von mir will, obwohl sie mir immer wieder ein paar Brocken Deutsch vor die Füße wirft. Nach einer Weile erkenne ich das. Sie sucht jemanden, das wird schließlich klar. Sie will jemanden besuchen. Kinder! Deshalb nennt sie sich auch Tante, auch mir gegenüber.

Ich versuche, ihr zu sagen, wo die beiden türkischen Familien im Haus wohnen. Eine ganz unten rechts, die andere irgendwo über mir. Tante Fatma versteh mich nicht, habe ich den Eindruck. Ich muss sie weitersuchen lassen, obwohl ich mehrfach nach unten und dann wieder nach oben deute. Und anschließend mit den Schultern zucke.

Alles nicht so einfach. Ohne Worte, in der Fremde. Immer noch.

9. November 2009

Feste feiern zum Mauerfall

Massenveranstaltungen liegen mir nicht so, also werde ich die Festlichkeiten vom TV aus verfolgen.

Vor 20 Jahren saß ich gegen Mitternacht in einer schon ziemlich fortgeschrittenen Kneipenrunde in Kreuzberg, als die Nachricht kam:

DIE MAUER IST AUF!!

Wir verdonnerten den einzig Nüchternen in der Runde, uns alle zu fahren und mischten uns unter die euphorisch Feiernden am nun offenen Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße. Menschenmassen strömten herein, alle wurden mit jeder Menge Sekt begrüßt, Tränen flossen… Ich weiß nicht mehr, wie lange ich in der Stimmung mitschwamm, jedenfalls fuhr mich ein Motorradfahrer aus dem Ostteil (!) dann nach hause. Und mich hat gewundert, wie der sich “im Westen” so gut auskennen konnte…

Wer mehr zum Thema lesen will, findet im Digital Diary meine Gedanken zum 20-Jahres-Jubiläum: Eine Art 4.Juli für Deutschland: zum Mauerfall-Pathos

Und hier ein atmosphärisches” Musik-Video:

Mehr Videos zum Mauerfall auf Youtube.

7. September 2009

Zeitzeugenwerkstatt “Gewinn und Verlust” im KulturRaum Zwingli-Kirche

Am Mittwoch, den 9. September findet im Rahmen der Ausstellung “Vor dem Fall der Mauer – Before the wall came down” wieder die Zeitzeugenwerkstatt in Form eines Podiums-Gesprächs statt. In der Einladung heißt es:

Zeitzeugenwerkstatt Gewinn und Verlust – Folgen des Mauerbaus für die Arbeitswelt(en)

Gäste auf dem Podium: Bernd Beister, Dr. Pfau und Jürgen Stempel.

Sie berichten am Beispiel von NARVA über ihre Erfahrungen und die Situation nach der Schließung der Grenze.
Bernd Beister war viele Jahre bei NARVA als Exportleiter angestellt und arbeitet heute für das Unternehmen Zumtobel, einen führenden Anbieter von Lichtleistungen. Dr. Pfau ist Geschäftsführer der G.L.E.mbH, die unter dem Markenzeichen NARVA mit zwei weiteren Firmen die Abwicklung des einstigen Berliner Glühlampenwerkes VEB NARVA “Rosa Luxemburg” überlebt hat. Jürgen Stempel hat 35 Jahre als Glasbläser bei NARVA gearbeitet.

Moderiert wird die Veranstaltung von Helmut Höge, freier Journalist und Mitautor von “Das Glühbirnenbuch”.

Termin: 9. September 2009, 19 Uhr
KulturRaum Zwingli-Kirche
Rudolfstraße 14, 10245 Berlin-Friedrichshain

7. Februar 2009

Überfluß

evangelium.jpg

An meinem Briefkasten klebt ein Schild, das darauf hinweist, daß dort keine Werbeschriften einzuwerfen sind. Nicht jeder Zettelverteiler hält sich daran, aber das macht nichts. Dennoch hält sich die Werbeflut einigermaßen in Grenzen.

Eben greife ich in den Kasten und hole einen dieser Irrläufer heraus. “Ich bin gekommen” lese ich im Halbdunkel des Treppenhauses. Und bin sofort irritiert. Wer macht denn hier Werbung für Potenzmittel oder Erotika? Ausgerechnet bei mir?

Irrtum, stelle ich kurz darauf fest. Verfasser ist ein Evangelischer Missionsdienst mit einem Postfach in Lauffen am Neckar. “Ich bin gekommen, dass sie im Leben Überfluss haben!” lautet das vollständige Bibelzitat aus dem Johannesevangelium. Angeblich Kapitel 10, Vers 11, so behauptet es zumindest das Traktat aus dem Jahr 2002.

Meine hauseigene Bibel verzeichnet den Satz allerdings bereits in Vers 10. “Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.”, heißt es da. Die Rede ist übrigens von Dieben.

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