Welches Ziel verfolgt das Modersohn-Mag?

Die Frage, die Yannick Eckl, vom Bloggschrott.net in seinem Blog-Projekt stellt, klingt ein bisschen stressig: muss ich ein Ziel verfolgen, wenn ich blogge? Entsprechend outen sich in den Kommentaren „Fun-Blogger“, die kein anderes Ziel verfolgen als mit Spass an der Sache dabei zu sein. Reicht das denn nicht?

auf der ModersohnbrückeFür die ersten Webprojekte reicht es voll und ganz, na klar! Als ich 1996 mein erstes Cyberzine online stellte, war alles ungeheuer spannend und jeder Tag erlebte ich Abenteuer, die die Welt noch nicht gesehen hatte – einfach weil das Netz ja gerade erst dabei war, ins Bewusstsein der Allgemeinheit zu treten.

Heute reicht mir der Spieltrieb alleine nicht mehr, um etwas Neues zu starten – erst recht, wenn es ein Just-for-fun-Projekt sein soll. Das Modersohn-Magazin entstand aus der Begeisterung für einen bestimmten Ort: 2001 war ich nach 20 Jahren in Kreuzberg und zwei in Gottesgabe bei Schwerin schließlich in Berlin-Friedrichshain gelandet. Ich fand eine Wohnung nahe dem Boxhagener Platz und freute mich an der bunten, lebendigen und recht freakigen Umgebung, die mich ans Kreuzberg der 80ger erinnerte.

Die Modersohnbrücke war damals noch nicht eröffnet, aber schon begehbar. Das lud dazu ein, sich dort abends aufzuhalten und – wie die Schwalben auf der Stange – dem Sonnenuntergang über einer Berliner Skyline mit Ostbahnhof und Funkturm zuzuschauen. Das hörte dann auch nicht auf, als die Autos kamen, was mich erst ein wenig wunderte, aber auch freute. Toll, dass es noch Zusammenkünfte gibt, die unorganisiert stattfinden, einfach weil es schön ist, an diesem Ort zu sein!

Jetzt hat dieser „Ort der Kraft“ ein Blog. Es zu eröffnen war für mich erstmal ein Testen der Blog-Technik und gestalterische Herausforderung: schaffe ich es, ein individuelles, zum Ort passendes Design in die zersplitterten PHP-Schnipsel eines WordPress-Themes zu pfriemeln?? Mittlerweile finde ich es einfach „schön verrückt“, ein Blog zu einer Brücke und ihrer Umgebung zu machen – es passt zu F’Hain und ist quasi mein Beitrag zu diesem verrückten Stadtteil, der hoffentlich noch lange bleibt, wie er ist!

Paare auf der modersohnbrücke

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ClaudiaBerlin

Autor: ClaudiaBerlin

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