Himmel über Neukölln

Er ist nicht mehr klein, keine vier oder sechs zumindest. Er ist mindestens zehn, vielleicht sogar elf. Ganz allein latscht er den Bürgersteig entlang, direkt auf mich zu. Gelangweilt, wie man sich einen typischen Türkenjungen vorstellt. Kurzgeschorene Haare, billige Klamotten. Kein Blick für die Welt.

Plötzlich legt der Junge den Kopf in den Nacken und breitet die Arme aus. Dann dreht sich sieben- bis zwölfmal um sich selbst, läßt die Arme fliegen, wie seine Jackenzipfel.

„Sterne“, singt er als er schließlich weiterstolpert, knapp an mir vorbei. „Ich seh Sterne.“

Nach einer Weile drehe ich mich noch einmal um. Da dreht sich der Kerl gerade schon wieder. Und singt.

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