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Claudia Klinger am 24. Februar 2009

Natur als Kunst: Tuffstein in der Oberbaum-City

Vor zehn Jahren war es nur ein seltsamer, überdimensionierter dunkler Klotz, der da auf einmal im öffentlich zugänglichen Hof der ehemaligen NARVA-Fabrik (heute: Oberbaum-City) stand.

klotz.jpg

Ging man ein paar Schritte weiter, fand sich im nächsten Hof ein ähnliches Objekt: moderne Kunst am bzw. im Bau – ich hakte es als eine der vielen Zumutungen der Postmoderne innerlich ab, wunderte mich aber schon über den Aufwand, der da getrieben worden war, um diese riesigen Blöcke in die Höfe zu bekommen.

Über die Jahre warf  ich immer mal wieder einen Blick auf die „Hof-Kunst“ – und jedes Mal gefiel mir besser, was ich sah. Wasser rinnt an den Steinen herunter, es wächst Moos in den Ritzen und im Winter gefriert das Wasser zu „stehenden Eisfällen“. Ein Stück Natur, das sich durch die Einwirkungen der Elemente immer mehr verändert – schon irgendwie genial!

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Auf den Seiten der Steinmetz- und Bildhauerwerkstatt Schnell finden sich weitere Informationen über das eindrückliche Werk: „Grundgedanke war es kraftvolle Stücke Natur in urbane Umgebung einzupflanzen. Dies gelang mit mächtigen über 42 cbm großen, aus dem Berg geschnittenen Kalksinther -Tuffsteinen. Zur Bewältigung diese Vorhabens mussten die vier monolitischen Blöcke in jeweils vier Elemente mit ca 25 Tonnen Gewicht geteilt werden und konnten so von Slovenien mit 16 Einzeltransporten nach Berlin geliefert und dort unter logistischer Höchstleistung in den vier Innenhöfen wieder cm-genau zusammengesetzt werden.“

Sehenswert sind auch die Bilder vom Ausschneiden der Steine und vom Transport an den Zielort (ebenfalls auf den Steinmetz-Seiten). Geplant hat das Ganze Prof. Gustav Lange aus Hamburg, Bauherrin war die Bayrische Hypo-Bank – damals war noch nichts mit Krise!

Eine Reaktion zu “Natur als Kunst: Tuffstein in der Oberbaum-City”

  1. Ulrike/Ulinne

    Vermutlich hätte ich beim Anblick des zunächst blanken Steinklotzes genauso unverständig geschaut wie du. Mir ist das mit den großen Steinkugeln am Münsteraner Aasee damals so gegangen.
    Aber es ist in der Tat schon toll, wie die natürlichen Elemente einen solchen Stein ständig verändern und daraus ein wirkliches Naturkunstwerk entstehen lassen können. Das ist in diesem Fall natürlich besser gelungen als in Münster. Dort wurden die Kugeln zunächst mit allem Möglichen beschmiert (was ich gar nicht so schlecht fand *g*) und dann wieder fein saubergeschrubbt … ;-)

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