Neues Gutachten zum Silvestereinsatz in Schönfließ

Am 31. Dezember 2008 hat ein 34-jähriger Polizist bei einem umstrittenen Einsatz einen in einem Wagen sitzenden Straftäter erschossen. Hier und da habe ich hier darüber berichtet, einfach weil mich die Entwicklungen in der Sache sehr interessieren. Der Umgang mit einem so schweren Fall, die Aufarbeitung und der hoffentlich stattfindende Prozess.

Eben erschreckt mich in dem Zusammenhang in der Morgenpost folgende Headline: Gutachten entlastet Berliner Polizisten. Es geht um die Zeugen, die sich bislang darauf zurückgeziehen, dass es unmöglich gewesen sei, vor Ort Schussgeräusche und Silvesterböller auszueinanderhalten. In dem Artikel heißt es:

Das Ergebnis der Untersuchung ist laut Gutachten nicht eindeutig: Denn die Gewissheit darüber, dass die Beschuldigten „derartige Geräusche am Ereignisort zu den damals bestehenden konkreten Bedingungen gehört“ und, wichtiger noch, ob sie diese Geräusche voneinander unterscheiden konnten, „lässt sich aus den Ergebnissen dieser Untersuchung nicht ableiten“, heißt es in dem Gutachten.

Nach Entlastung klingt das nun wirklich nicht. Ich kann mir nicht helfen, es klingt nach Verzögerung, nach Hinhalten, nach Abwarten und das Gras wachsen lassen. Und das fühlt sich gar nicht gut an.

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