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Susanne am 22. Februar 2010

“Boxhagener Platz” – Berlinalefilm in der Kritik

Die Berlinale ist gelaufen, alle Teddys und Bären vergeben. Ich habe in diesem Jahr nichts gesehen, hatte einfach keine Zeit. Vielleicht war es mir auch zu kalt draußen, ich komme mir immer noch selbst vor wie ein Bär. Und bleibe vorzugsweise in meiner Höhle.

Trotzdem hier ein paar kritische Stimmen zu dem lokalen Filmereignis “Boxhagener Platz”:

Nach „Sonnenallee“, „Good Bye Lenin“ und „NVA“ schien das Genre der DDR-Komödie eigentlich schon ausgereizt. „Aber so etwas wie `Boxhagener Platz` hat noch gefehlt“, sagt Roman- und Drehbuchautor Torsten Schulz. Welche Lücke der Film genau schließt, ließ er auf der Berlinale jedoch offen. Vielleicht ist es tatsächlich so simpel, wie der 14-jährige Hauptdarsteller Samuel Schneider erklärt: „Ich dachte bisher immer, die DDR ist nur Stasi. Jetzt weiß ich, dass es in der DDR nicht nur Stasi gab.“ Wenn Kino klüger macht als Geschichtsunterricht, fließen natürlich die Fördergelder. (Quelle: Focus)

Boxhagener Platz ist die Verfilmung eines Erfolgsromans von Torsten Schulz und wie das Buch vollgepackt mit Berliner Originalen und einer deftigen Handlung. Buch und Film gehören zu dem nicht kleinen Genre der „Liebeserklärung an …“-Werke, in diesem Fall also an das Berliner Kiez-Gefühl. Mit einer Garde von hervorragenden Schauspielern gelingt diese Heraufbeschwörung ziemlich gut. (Quelle: critic.de)

“Boxhagener Platz” entscheidet sich nie so recht, ob es jetzt eine coming-of-age-Geschichte über Holger oder ein spätes-Glück-ist-immer-möglich-Märchen für die Großelterngeneration sein möchte. Oder doch ein sanfter Revolutionsfilm? Oder gar ein betulicher Krimi mit klassischem whodunnit? Am Ende ist Boxhagener Platz nichts von alledem, leider auch keine Geschichte über Familienzusammenhalt bzw. -zerfall in Zeiten politischer Unterdrückung – zudem noch derart langsam und behäbig erzählt, dass keinerlei Schwung aufkommen mag. Ein Fernsehfilm, wahrlich nicht mehr. (Quelle: taz)

Ein stimmiger Berlin-Film, der sich vom heiteren Rentner-Krimi zum Sittenbild einer schon Ende der 1960er-Jahre verrotteten DDR wandelt. Auch hier fällt, wie in den meisten Beiträgen im Wettbewerb, der schwache Mann auf. Und er hätte zumindest einen Hauch Politik eingebracht. Denn es fällt auf, dass dieses erklärtermaßen politische Festival Politisches in höchstens homöopathischen Dosen serviert. (Quelle: Sächsische Zeitung)

Jenseits der offiziellen Kritik würde mich ja interessieren, wie das gemeine Publikum den Film gesehen hat. Ich kenne bislang nur das Buch, das mich – ehrlich gesagt – nicht wirklich vom Hocker gehauen hat.  War jemand da?

Nachtrag:  Kinostart ist übrigens nächste Woche am 4. März. Und bei YouTube gibt es einen Trailer.

2 Reaktionen zu ““Boxhagener Platz” – Berlinalefilm in der Kritik”

  1. Verlosung: 1 Tag am Boxi

    [...] Susanne die Kritik am Film “Boxhagener Platz” dankenswerterweise zusammen gefasst hat, bietet das MoMag nun per Verlosung eine gute Gelegenheit, [...]

  2. Jeeves

    Gerade im TV gesehen (arte).
    Ein guter Film mit hervorragenden Schauspielern.
    Offenbar gedreht in der bekannten Kulisse dieser altberliner Straße aus dem Filmstudio Babelsberg.

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