Prozessbeginn in Sachen Schönfließ

Ganz kurz, weil mich das Geschehen über die Zeit immer wieder interessiert hat: Der katastrophale Polizeieinsatz in Schönfließ Silvester 2008 findet derzeit sein gerichtliches Nachspiel. Die taz berichtet gestern von den ersten Zeugenaussagen, darunter vier zufällig anwesende Kinder und Jugendliche. Ingesamt bestätigt sich wohl die These, dass der Einsatz mehr als nur daneben gegangen ist. Befragt wurde auch die heute 15-jährige Antonia.

Zusammen mit ihrer Schwester sei sie dem Auto hinterhergerannt, sagt Antonia. Einer der Männer, in heller Kleidung, habe sie angeherrscht: Ob sie etwas gesehen hätten? Dem Vernehmen nach handelte es sich dabei um R., den Schützen. Aus Angst habe sie die Frage verneint. Aber dem Mann im Auto müsse man doch helfen, habe sie gesagt. „Da sagte der hell Gekleidete: ,Muss man nicht‘.“ Als die 15-Jährige das erzählt, bricht sie in Tränen aus.

Ich weiß, so etwas ist schwer zu beurteilen, wenn man nur aus zweiter oder dritter Hand darüber liest.  Solche Dinge sind vielfältig interpretierbar, keine Frage, und letztendlich sind es – zum Glück – die Gerichte und Richter, die das zu beurteilen haben. Aber verdammt, bei diesem Muss man nicht geht es mir kalt den Rücken. Was auch immer es in dem Moment bedeutet haben mag.

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