Berlin, 1. Mai 2011. Und gleich danach der 2. Mai.

Morgen ist es soweit, das heißt eigentlich natürlich schon heute Abend. Aber was soll’s?! Das Geschwätz rund um den 1. Mai in Berlin hält sich in diesem Jahr angenehm in Grenzen, ich erwähnte es bereits. Vielleicht bin ich aber inzwischen auch nur lange genug in Berlin, um das alles nicht mehr allzu ernst zu nehmen. Wie in jedem Jahr heißt es jetzt einfach: abwarten und Ruhe bewahren. Ohnehin bin ich diesbezüglich ja eher zwiespältig gestrickt. Ich mag Gewalt und Randale nicht besonders, ganz im gegenteil. Ich kann aber auch Stillhalten und Herumdrucksen nicht besonders leiden. Und es gibt ohne jeden Zweifel mehr als genug zu meckern.

Erste Zeichen wurden bereits gestern gesetzt, der Tagesspiegel berichtete gestern von Feuer und Farbe, von denen einige Autos und u. a. auch das Jobcenter Neukölln betroffen waren:

Bereits in der Nacht zu Donnerstag gab es mehrere linksextremistische Anschläge. Das Haus der Wirtschaft in der Breiten Straße in Mitte wurde mit etwa 25 Farbbeuteln und Steinen beworfen. Gegen 3 Uhr zündeten Unbekannte in der Norwegerstraße in Prenzlauer Berg einen Smart der Deutschen Bahn an. Sieben weitere Fahrzeuge wurden durch die starke Hitzeentwicklung beschädigt.

Die zuständigen Stellen sind vorbereitet, weiß die Morgenpost zu berichten, deren Artikel zum Thema ausnahmsweise einmal vollständig kostenfrei zu lesen ist. (Ich hoffe, das bleibt auch so.) 6000 Polizeibeamte stehen bereit:

Zwei Tage vor dem 1. Mai sind die Vorbereitungen der Polizei weitgehend abgeschlossen. Etwas mehr als 6000 Beamte aus Berlin und mehreren anderen Bundesländern werden an diesem Tag und in der Nacht zuvor im Einsatz sein. Anders als in den vergangenen Jahren, als ein Großteil der Einsatzkräfte vor allem bei der als „störanfällig“ geltenden 18-Uhr-Demonstration in Kreuzberg konzentriert wurde, haben die Sicherheitsbehörden in diesem Jahr gleich mehrere Demonstrationen und Kundgebungen im Visier.

Nicht zuletzt steuert die taz noch den ultimativen Protest-Plan bei. Darin findet sich auch so etwas Hübsches wie ein Open-Air-Gottesdienst, beten für Frieden am 1. Mai. Naja, schaden wird es sicher nicht.

Ich selbst denke ja eher darüber nach, am 2. Mai auf die Straße zu gehen. Da findet nämlich die Großdemonstation gegen Arbeit statt, die soll ja sehr lustig sein. Das habe ich zumindest aus den letzten Jahren gehört. Und irgendwie klingt es auch so:

Wir dürfen den Fortschritt der Gesellschaft nicht daran messen, wie viele Arbeitsplätze wir geschaffen haben, sondern, wir müssen ihn daran messen, wie viele Arbeitsplätze wir beseitigt haben – durch den Einsatz von Maschinen, Robotern, Computern und Iphones.

Also, wenn ich am Wochenende alle anstehenden Arbeiten erledigt kriege, dann könnte es sogar sein, dass ich die Zeit dazu habe.

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