Protestmarsch von Asylbewerbern erreicht Berlin

Nach 28 Tagen und 600 Kilometern zu Fuß erreicht der Protestmarsch von Asylbewerbern heute Berlin. Mit ihrer erstaunlichen Aktion protestieren die Flüchtlinge gegen die Bedingungen, die ihnen hierzulande zugemutet werden: Die „Residenzpflicht“ schränkt ihre Bewegungsfreiheit ein, sie müssen oft Jahre lang in Lager-ähnlichen Unterbringungen wohnen – und das oft weitab der Dörfer und Städte, so dass schon deshalb jegliche Teilnahme am sozialen Leben verunmöglicht wird.

Anfänglich waren es 20 Asylbewerber, mittlerweile sind es über 70, die sich dem Marsch angeschlossen werden. Schaut Euch dieses Video an, da wird klar, wie beschissen es den Leuten geht:

Ständige Kontrolle, Arbeitsverbot, kein Zugang zu Deutschkursen, Gutscheine statt Bargeld – vielfältig sind die mehr als Schikane denn als Hilfe zu bezeichnenden Zumutungen, unter denen die Flüchtlinge leiden.

Dabei wäre es so einfach, ihre Situation zu verbessern! In Berlin geht es zum Glück ein wenig liberaler zu, als in der Provinz. Auch hat das Bundesverfassungsgericht kürzlich entschieden, dass die lächerlich niedrigen Regelsätze für Asylbewerber verfassungswidrig sind – und sie auch gleich selbst geändert.

Tolles Engagement: KUB Berlin – Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen e.V.

Doch es bleibt noch viel zu tun! Und hier sollen auch mal jene erwähnt werden, die sich beispielhaft für die Flüchtlinge einsetzen – auch dann, wenn sie „ohne alles“ (Papiere etc.) auf der Straße stehen, kein Deutsch verstehen und nicht wissen, wohin. Auf der Webseite der Kontakt- und Beratungsstelle KUB beschreibt sich die Initiative so:

Die Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen e.V. in Berlin-Kreuzberg, gegründet im Jahr 1983, ist ein gemeinnützig anerkannter Verein, mit der Aufgabe, Flüchtlingen und MigrantInnen aus aller Welt Beratung und Hilfestellung in sozial- und aufenthaltsrechtlichen, psychosozialen und anderen existentiellen Fragen zu geben. Wir vertreten den Standpunkt, dass allen Menschen ein sicherer Aufenthaltsstatus sowie politische, soziale und ökonomische Gleichberechtigung zustehen.

Sie stellen Berater und Übersetzer, geben Deutschkurse (alles ehrenamtlich!) und kümmern sich um jede erdenkliche Hilfe, die im Einzelfall geleistet werden kann. Wer ihre Arbeit unterstützen will, findet auf der Homepage ein Spendenkonto, aber auch die Möglichkeit, selber ehrenamtlich mitzuarbeiten.

Update: Am Samstag, den 13.10. wird es eine Demo zur Unterstützung der Protestmarschierer geben – mehr dazu hier.

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ClaudiaBerlin

Autor: ClaudiaBerlin

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