26. August 2010
Gerade betrübt mich das aktuelle Wetter sehr. Der sommerlich leichte Bindfadenregen wird mich wohl daran hindern, heute Abend endlich einmal das Freiluftkino Friedrichshain zu besuchen. Das hatte ich mir ja für diesen Sommen fest vorgenommen. Und heute wäre ein gute Gelegenheit, theoretisch, denn Die Legende von Paul und Paula habe ich tatsächlich noch nicht gesehen. Dabei handelt es sich doch um einen der erfolgreichsten DEFA-Filme. Ein Kult-Film, der in der DDR allerdings kaum mehr gezeigt wurde und im Fernsehen gar nicht mehr lief, nachdem beide Hauptdarsteller in den Westen gegangen waren.
Den Film kann man aber auch nachlesen, das Drehbuch stammt von Ulrich Plenzdorf und ist bei Suhrkamp erschienen.
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24. August 2010

Schon seit Anfang Juni sind sie wieder in der Stadt, die riesigen Sandskulpturen, die von sogenannten Carvern, das sind Sandkünstler, am Spreeufer, nahe der O2 World errichtet wurden. Der diesjährige Standort der Sandsation in Friedrichshain ist neu, zuvor residierte die Ausstellung bereits sechs Mal am Hauptbahnhof. 2003 allerdings gastierte das weltweit bekannte Festival schon einmal ganz in der Nähe, auf dem Mauerstreifen an der Mühlenstraße. Von daher: Welcome back!
Das vergänglichen Kunstwerke, in diesem Jahr unter dem Thema Kopf in den Sand erstellt, sind jetzt noch ein paar Tage lang, bis zum 29. August zu bewundern. Anschließend müssen dann 2200 Tonnen märkischer Sand abtransportiert werden. Der Clou: das Material wird verschenkt, man muss es sich nur selber abholen. Lieder eignet er sich aber nicht für Sandkästen, sondern natürlich für diverse Bauarbeiten.
Eintritt: Erwachsene 6,- (erm. 5,-), Kinder (4-17 J.) 3,-, Gruppenermäßigung möglich
(Foto: Skulptur von Ruslan Korokov, Bulgarien; Pressematerial)
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9. August 2010
Ich bin ja nicht wirklich Friedrichshainerin, sondern lebe ein Stückchen weiter in Neukölln. Zwar wäre ich damals, als ich nach Berlin kam, um ein Haar in der Kinzigstraße gelandet. Aber dann eben doch nicht. Trotzdem ist und bleibt Friedrichshain einer meiner liebsten Kieze.
Dabei muss ich gestehen, dass ich das Gebiet „jenseits“ der Karl-Marx-Straße stets ein wenig vernachlässige. Ich weiß auch nicht, warum. Es ist sehr schön dort. Als Wohngegend ein wenig ruhiger als rund um den Boxhagener Platz zum Beispiel. Von dort ziehen die Menschen langsam aber sich weg, habe ich neulich gehört. Weil es einfach immer mehr und mehr wird, besonders nachts. Und auch am Wochenende ist da ja mit dem Wochenmarkt am Samstag und dem Flohmarkt am Sonntag immer was los.
Eine Alternative dazu gibt es seit Ende Mai jetzt jeden Freitag von 9 bis 20 Uhr in der Samariterstraße, also auf der von mir so verschmähten anderen Seite. Ein Ökomarkt mit Obst und Gemüse, Fleisch und Käse, aber auch Textilien und antiquarische Bücher. So eine Art Klein-Kollwitz vielleicht? Mal sehen.
Mehr Information dazu gibt es auf die Friedrichshainer, erste Fotos auch.
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27. Juli 2010

Berlin ist eine junge Stadt und das nicht nur, weil das Durchschnittsalter der Bewohner niedriger liegt als in manch einer anderen deutschen Großstadt. Oder weil es niedriger zu liegen scheint nach all dem Arm-aber-sexy-Gerede.
Berlin ist aber vor allem aus einem anderen Grund eine junge Stadt: 1987 wurde die 750-Jahr-Feier begangen, ohne das genaue Gründerjahr überhaupt zu kennen. Das Datum wurde recht willkürlich nach der ältesten, noch vorhandenen Berliner Urkunde bestimmt. Darin geht es zwar um einen Streit der Markgrafen mit dem Bischof von Brandenburg, bei dem es um den Zehnten ging. Doch am 28. Oktober 1237 wurde dieses Dokument von Symeon, einem Pfarrer von Cölln, unterzeichnet. Damit gilt es heute als erster Beleg für die Existenz von Berlin-Cölln.
Nachlesen kann man diese Hintergründe Berliner Geschichte in dem handlichen Band Civitas Berolinensis von Steffi Kühnel, das soeben im Vergangenheitsverlag erschienen ist. Dort wird der Frage nachgegangen, ob es ein mittelalterliches Berlin gab und wo in Berlin heute womöglich noch Spuren davon zu finden sein könnten. Das Buch wartet mit vielen interessanten Fakten und vertiefenden Geschichten auf und ist mit zahlreichen historischen und aktuellen Bildern ausgestattet.
Vor allem aber gibt es drei verschiedene Tourbeschreibungen, anhand derer man auf alten Berliner Pfaden wandeln kann. Einmal geht es vom Spittelmarkt hinüber zur Fischerinsel und zum Schlossplatz. Wer Berlin ein wenig kennt weiß, dass sich auf dieser Tour nichts wirklich Mittelalterliches mehr finden lässt. Eher im Gegenteil, breite, vielbefahrende Straßen und Hochhäuser prägen das Bild. Mit ein wenig Phantasie und den im Buch zusammengestellten Eckdaten, klingt es dennoch wie ein hochinteressanter Spaziergang. Die zweite Tour schließt sich gleich an und führt vom Mühlendamm zum Alexanderplatz. Die dritte Wanderung befindet sich dann etwas außerhalb in Spandau und führt vom Gotischen Haus zur Zitadelle.
Ein lesens- und nutzenswertes Buch. Dazu kommt, dass zurzeit noch ein Highlight gleich auf dem Weg liegt: die Ausgrabungen am (derzeit nicht existenten) Stadtschloss.
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20. Juli 2010
Das Kunsthaus Tacheles hat zu tun. Als letzte Bastion in der gut durchgentrifizierten Mitte Berlins stehen nun offensichtlich etliche Teilräumungen an. Ein erster Versuch am 14. Juli scheiterte, die Metallwerkstatt konnte gerettet werden. Weitere Räumungen sind aber bereits fest eingeplant. So zum Beispiel morgen, wenn das Café Zapata an der Reihe sein soll und am darauffolgenden Mittwoch, den 28. Juli.
Am Montag ist darüber hinaus eine Demo geplant. Unter dem Motto
Euer Leerstand darf nicht unsere Obdachlosigkeit sein!
geht es am 26. Juli um 13 Uhr vom Tacheles über das Quartier 206 bis zur HSH Nordbank Filiale. Die Bank ist Eigentümerin des gesamten Arreals und drängt offensichtlich auf eine Abwicklung noch in diesem Jahr.
Ob es tatsächlich so kommen wird? Keine Ahnung. Es wäre nicht das erste mal, dass Räumungspläne scheitern. Ansonsten wäre das womöglöich der letzte Sommer, um diesen einzigartigen Komplex zu besuchen.
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6. Juli 2010

Gerade habe ich meine Berlinfotos ein wenig sortiert. Das, was ich eigentlich gesucht habe, fand sich natürlich nicht. Dafür gerieten mir etliche Abbilder des Fernsehturms ins Visier. Von weit und von nah und von unten sogar, immerhin ist das Riesending von fast überall in Berlin zu sehen. Dabei hilft der Turm nie bei der Orientierung, denn schließlich sieht er von allen Seiten gleich aus. Nur zum Alexanderplatz findet man auf die Art natürlich immer. Was ja auch nicht schlecht ist, obwohl die Unplatzigkeit des Platzes schon auch enttäuschen kann.
Eines steht aber auf jeden Fall fest: man bekommt diesen verdammten Turm nie ganz auf ein Foto. Was man auch versucht, immer fehlt ein Stück, oben oder unten. Es geht einfach nicht anders, immer ist was im Weg. Und meine Bilder sehen noch dazu meistens so blöd aus, wie das da oben. Mit Plattenbauten und Großkaufhäusern mit im Bild. Wobei ich als Berlinerin natürlich genau weiß, dass es eben so ist, wenn man sich am Alex bewegt. Der Turm ist halt irgendwie auch dabei.
Der Blick vom Turm herunter soll aber grandios sein, hab ich mir sagen lassen.
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