ClaudiaBerlin am
26. Juli 2006

Streetart in Friedrichshain

Seit Jahren fotografiere ich die witzigen Werke, die mir in den Straßen meines Stadtviertels an allen möglichen und unmöglichen Stellen begegnen. Diese Bilder auch mal auszustellen, war einer der Gründe, das Modersohn-Magazin endlich erscheinen zu lassen. Immer wieder finde ich es bewundernswert, mit wieviel Kreativität und Fantasie sich die Aktiven neue Methoden, Orte und Ausdrucksweisen einfallen lassen: Schablonentechnik, Klebekunst, das „traditionelle“ Writing und mit Tintenscheiber hingeworfene Motive, die manchmal in ihrer Expressivität verstörend wirken (siehe „das Messer im Kopf“ an der Fleischerei).

In den Straßen sind diese Werke schnell vergänglich, hier möchte ich einigen eine virtuelle Verlängerung ihres kurzen „Lebens“ ermöglichen – ich freu mich auch über Beiträge mit Beispielen, die mir bisher entgangen sind!

Streetart in FHain Streetart in FHain

ClaudiaBerlin am
26. Juli 2006

Zwangs-Communisierung bei der Süddeutschen: Jetzt.de

Klar, wer ein „Blog aus der Hauptstadt“ ins Web setzt, schaut sich schon mal um, was Andere unterm Stichwort „Berlin“ so machen – so bin ich heut‘ über das Hauptstadt-Blog auf Jetzt.de gelandet. Erst war mir der Charakter der Seite, auf der ich landete, nicht ganz klar. Die Beiträge wirkten recht persönlich, wenn auch von mehreren Personen verfasst, die nichts miteinander zu tun hatten – aha, ein Multi-Autoren-Blog! Schnell las ich mich fest im Beitrag einer jungen Frau (19), die vor der Frage steht, ob sie mit ihrem Liebsten nach Berlin ziehen soll.

Sie – mit dem lustigen Nick ‚HaltIch‘ – fühlt sich zerissen zwischen bleiben und gehen wollen, ist sich unsicher, ob die Stadt nicht zu groß für sie sei und fragt sich, was aus der Liebe in Berlin werden würde. Weiterlesen →

ClaudiaBerlin am
25. Juli 2006

Wildes Fahrzeug

Dass ein Auto nicht nur ein Mittel ist, um von A nach B zu gelangen, wissen wir nicht erst seit die KFZ-Werbung das Emotionale entdeckt hat und mit „Lebensgefühl“ nur so um sich spritzt. Mir ist es zwar nie gelungen, zu einem fahrbaren Untersatz eine gefühlige Beziehung zu knüpfen, aber ich freu mich, wenn ich durch Friedrichshain spaziere und immer wieder auf „wilde Fahrzeuge“ stoße. Mal sind es die fantasievollen Bemalungen, mal ist des das Gefährt selbst, das ich bestaune – und manchmal gilt dieses Staunen auch der Tatsache, dass z.B. ein fahrbarer Untersatz wie dieses Dreirad überhaupt noch für den Straßenverkehr zugelassen wird! Und das in unserer so verregelten Welt, in der jeder Kneipentresen allerlei Vorschriften genügen muss!

ClaudiaBerlin am
24. Juli 2006

Was lange währt…

tritt endlich doch ans Licht der Welt! Das Modersohn-Magazin müsste eigentlich Modersohnbrückenmagazin heißen, denn es ist inspiriert durch den Ort, der einen der schönsten Sonnenuntergänge Berlins bietet: Abend für Abend versammeln sich da Menschen und schauen in die Weite der Geleise Richtung City-Ost. Wie Schwalben auf einer Leine sitzen sie auf den dicken Rohren aus blauem Stahl und tun nichts – wo traut man sich das heute noch so in aller Öffentlichkeit!

Die 2002 fertig gewordene Brücke, die den (angenehm ruhigen) Rudolfkiez mit dem umtriebigen Boxhagener-Kiez verbindet, ist ein Ort, der dazu einlädt, über Lokales und Globales zu philosophieren, die Skyline der Metropole im Blick – derzeit noch mit Fernsehturm im Fußball-Outfit. Die weite Schneise der Geleise bringt frische Luft von ganz weit draußen. Die gemütlich rotgelben S-Bahnen und die eleganten IC-Züge fahren in dichter Folge Richtung Ostbahnhof und Ostkreuz, doch ohne dass das die besinnlich-entspannte Atmosphäre auf der Brücke stören könnte. Im Gegenteil, die ständige Bewegung in gebührendem Beobachtungsabstand beruhigt den Geist. Es geschieht etwas, die Dinge nehmen ihren Lauf, alles schreitet fort und kommt weiter – wie schön, dem einfach nur zuzusehen!

ClaudiaBerlin am
23. Juli 2006

Editorial: das Modersohn-Magazin

Das Modersohn-Magazin müsste eigentlich Modersohnbrückenmagazin heißen, denn es ist inspiriert durch den Ort, der einen der schönsten Sonnenuntergänge Berlins bietet: Abend für Abend versammeln sich da Menschen und schauen in die Weite der Geleise Richtung City-Ost. Wie Schwalben auf einer Leine sitzen sie auf den dicken Rohren aus blauem Stahl und tun nichts – wo traut man sich das heute noch so in aller Öffentlichkeit!

Die 2002 fertig gewordene Brücke, die den (angenehm ruhigen) Rudolfkiez mit dem umtriebigen Boxhagener-Kiez verbindet, ist ein Ort, der dazu einlädt, über Lokales und Globales zu philosophieren, die Skyline der Metropole im Blick – derzeit noch mit Fernsehturm im Fußball-Outfit. Die weite Schneise der Geleise bringt frische Luft von ganz weit draußen. Die gemütlich rotgelben S-Bahnen und die eleganten IC-Züge fahren in dichter Folge Richtung Ostbahnhof und Ostkreuz, doch ohne dass das die besinnlich-entspannte Atmosphäre auf der Brücke stören könnte. Im Gegenteil, die ständige Bewegung in gebührendem Beobachtungsabstand beruhigt den Geist. Es geschieht etwas, die Dinge nehmen ihren Lauf, alles schreitet fort und kommt weiter – wie schön, dem einfach nur zuzusehen!

Nicht hier, nicht dort –
im Nirgendwo ein Ort.
Woher? Wohin?
Die Gleise führen hin.
Autos fahren, Züge eilen,
während wir hier still verweilen:
genießen voller Wonne
den Untergang der Sonne.