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Claudia Klinger am 22. August 2015

Wie und wo Ihr FlĂĽchtlingen in Berlin helfen könnt – eine Liste

Über die schier unerträglichen Zustände, die derzeit vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) herrschen, wurde schon viel berichtet, doch geändert hat sich nicht allzuviel. Immerhin PLANT der Senat drei dezentrale Anlaufstellen, um die Situation zu entschärfen. Aber wann? Schnelle Hilfe ist angesagt, nicht langes Planungsgeschwurbel!

Aber nicht nur am LaGeSo ist Hilfe nötig, die derzeit zwar von vielen engagierte Ehrenamtlichen geleistet wird, doch arbeiten sie ständig an der Grenze ihrer Möglichkeiten. Weitere Hilfe an verschiedenen Orten und in unterschiedlicher Form ist dringend nötig. Allerdings solltet Ihr zielgenau spenden, nicht einfach nur den Kleiderschrank entrümpeln!

Hier eine Liste der Anforderungen, die von den Helfenden aktuell gehalten werden:

  • Bedarfsliste Standort LaGeSo: Hier
  • Bedarfsliste Standort Karlshorst: Hier
  • Bedarfsliste Standort Spandau (Bamf): Hier
  • Bedarfstliste Standort Fehrbelliner Platz 4: Hier

Wer bei der Planung aktiv mitwirken will, kann sich hier melden:

  • Facebookgruppe fĂĽr das LaGeSo: Hier
  • Facebookgruppe fĂĽr das Aufnahmelager Lebach: Hier
  • Facebookgruppe fĂĽr Spandau vor dem BAMF: Hier
  • Facebookgruppe fĂĽr Fehrbelliner Platz 4: Hier
  • Dienstplan fĂĽr Helfende fĂĽr Fehrbelliner Platz 4: Hier

Wollt ihr den Standort LaGeSo finanziell unterstĂĽtzen?

…dann könnt ihr das auf der Homepage von “Moabit Hilft” tun. Schreibt in den Überweisungszweck der Spende das Wort “LaGeSo” hinein. Jeder Euro hilft! Spendenlink

Weitere Möglichkeiten zum Spenden und Helfen:

Viele weitere Initiativen listet der FlĂĽchtlingsrat Berlin auf.

Claudia Klinger am 23. Juli 2015

Wenn Konzerne den Protest managen – Tagung an der HU Berlin

Gemeinsame Presse-Info von LobbyControl, ROBIN WOOD, Linke Medienakademie und klimaretter.info

„Wenn Konzerne den Protest managen“

Lobby-Kritiker laden zur Tagung am 26. September 2015 an die
Humboldt-Universität in Berlin.

GroĂźprojekte wie neue Tagebaue, Startbahnen oder Stromtrassen stoĂźen häufig auf heftigen Widerstand in der Zivilgesellschaft. Diese Proteste zu ignorieren oder zu verhindern, funktioniert nicht mehr. Deshalb gehen Investoren und beauftragte PR-Agenturen dazu ĂĽber, Proteste einzukalkulieren und zu managen. Dabei nutzen sie zunehmend selbst Aktionsformen sozialer Bewegungen. Pro-Kampagnen wie „I love S21“ und „Ja zu Fra“ machen Stimmung fĂĽr den Bahnhofsbau in Stuttgart oder den Flughafenausbau in Frankfurt. Die Initiative „BĂĽrger fĂĽr Technik“ streitet fĂĽr die Atomindustrie und der
Verein „Pro Lausitzer Braunkohle“ tritt als „heimatverbundene BĂĽrgerbewegung“ gegen „grĂĽne Märchenerzähler“ an. weiter…

Claudia Klinger am 22. Juni 2015

Berlin: Mindestlohn macht Taxis teurer, Fahrer bekommen weniger Geld und mehr Langeweile

Gestern fragte ich einen Taxi-Fahrer nach der anstehenden Taxipreis-Erhöhung, von der man immer wieder hört. Und ja: ab 1.Juli wird es sie in Berlin geben. Eine Strecke, die bisher 10 Euro kostete, werde dann 11 Euro kosten. Der Fahrer konnte das nur so ungefähr schätzen, in verschiedenen Medien war gar von 20 bis 30% die Rede. Was er darüber hinaus erzählte, fand ich dann aber doch spannend und berichtenswert!

Die Mehrkosten, die angeblich „durch den Mindestlohn“ anfallen, sind nicht wirklich dafĂĽr da, die Fahrer besser zu entlohnen! Ganz im Gegenteil werden sie alle erhebliche EinbuĂźen hinnehmen mĂĽssen. Wer bisher 50% vom Umsatz (VOR Abgaben und Steuern!) eingenommen hat, wird nun mit max. 8,50 brutto (!) pro Stunde abgespeist und hat keine Chance mehr, den jeweiligen Verdienst durch Eigeninitiative zu steigern. Mehr noch: Anstatt wie bisher Schichten von 12 Stunden zu fahren und dabei die Pausen selbst bestimmen zu dĂĽrfen, bekommen die Fahrer nun ein enges Regelungskorsett ĂĽbergestĂĽlpt: Schichten mit max. 10 Stunden, genau vorgeschriebene Pausenzeiten, maximal an sechs Tagen die Woche.

Volle Kontrolle, enges Korsett

Ergänzt wird all das durch den sogenannten Fiskaltaxameter, durch den die Behörden die volle Kontrolle ĂĽber die jeweiligen Umsätze haben werden. Diese Umstellung und die gesamte VERWALTUNG des Mindestlohns werde verglichen mit dem jetzigen System viel aufwändiger und deshalb teurer – also mĂĽssen die Gäste auch mehr zahlen.

Gegen den Fiskaltaxameter habe er nichts, meinte mein Fahrer. Wohl aber gegen den Mindestlohn, der ihn nicht nur Geld, sondern auch Bewegungsfreiheit kosten werde. Bisher hätte er vor dem Urlaub einfach mal ein paar Wochen „rangeklotzt“ – das sei dann nicht mehr möglich. Genau wie es auch nicht mehr interessant sein werde, fĂĽr mehr als den Mindestumsatz zu sorgen, der grade so den Mindestlohn abdecke.

Das Taxi fahren wird also ganz schön langweilig, denn es gibt keinen Anreiz mehr, nach Kunden zu suchen.

Und die Politik? Die Taxi-Verbände (von denen es vier gebe) seien bei Nahles gewesen und hätten vorgetragen, dass der Mindestlohn fĂĽr die Taxibranche nicht so wirklich passt. Erfolglos bisher – und ein richtiger Widerstand von Seiten der Fahrer sei auch nicht zu erwarten, da „die Verbände einfach gar nichts machen“.

Tja – vielleicht wachen sie ja auf, wenn der Umsatz dann einbricht. Weil es den Gästen in Berlin zu teuer wird und fĂĽr die Fahrer zu öde.

Claudia Klinger am 13. Juni 2015

Ă–kologischer Kahlschlag im Wuhletal wegen IGA

Heute kam eine Mails von Angelika Paul / BĂĽrgerinitiative Berliner Gartentisch mit alarmierenden Infos – – ich gebe den Inhalt im Originaltext wieder, mein Kommentar steht am darunter. Los geht’s:

Erschreckende Fotos haben mich erreicht. Das wildromatische Feuchtgebiet am Kienberg neben den Gärten der Welt, das für die Internationale Gartenschau, IGA Berlin 2017, umgestaltet wird, verliert seinen bisherigen Landschaftscharakter, seinen Pflanzen- und Tierreichtum.

Die Wasserqualität der Wuhle, ein Nebenfluss der Spree und einer der längsten Flüsse Berlins, ist unzureichend. Dem Senat ist das schon lange bekannt. Deshalb sollte in diesem Jahr die Wuhle im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichlinien (WRRL) vollständig renaturiert werden.

DafĂĽr ist laut Senat zur Zeit kein Geld und kein Personal vorhanden.

Aber dafĂĽr ist Geld da!:

Für die IGA 2017. Das Natur- und Landschaftsgebiet Kienberg und Wuhletal, angrenzend an die Gärten der Welt, wird mit einbezogen. Für unsinnige Brücken und andere Baumaßnahmen werden schwere Eingriffe in die Wuhle (Verrohrung), die angrenzenden Feuchtgebiete und Kleingewässer vorgenommen, so dass sie trocken fallen .

Verrohrung der Wuhle

Und das entgegen noch gültiger Landschaftspläne, ohne Bebauungspläne, Umweltverträglichkeitsprüfungen, geschweige denn Planfeststellungsverfahren.

  • Die europaweit strengstens geschĂĽtzte FFH-Art GroĂźer Feuerfalter, ein Schmetterling, der sich im Wuhletal mit einem reichen Bestand seiner Futterpflanze. GroĂźer Flussampfer, angesiedelt hatte, ist in diesem Jahr noch nicht wieder aufgefunden worden,
  • das Schilf ist gemäht,
  • die brĂĽtenden Vögel werden werden durch lautstarke Rammen und BodenerschĂĽtterungen gestört und vergrämt,
  • die Wuhle, die laut europäische WRRL in einen guten ökologischen Zustand ĂĽberfĂĽhrt sein sollte, wurde verrohrt, ihr Wasser wird abgepumpt u.a.m.

Das Wuhletal fällt trocken; die Wasservögel suchen nach ihrem Biotop.

Enten suchen nach Wasser

Die IGA Berlin GmbH betont, dass in alle Maßnahmen führende Berliner Naturschutzverbände wie NABU, BUND und Grüne Liga und deren Dachverband, die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN), eingebunden sind.

Helfen Sie mit, diesen Wahnsinn zu stoppen!
Erste Priorität hat die Umsetzung der EU-WRRL zum Wohle unseres Trinkwassers und unserer Gesundheit!

Mehr Informationen:
Webseite: www.berliner-gartentisch.net/IGA-2017-Berlin-Recherche/index.html
Video: https://www.youtube.com/watch?v=TA9_HttLdAE
Mail an BĂĽrgerinitiative: info@buergerinitiative-kienberg-wuhletal.de

***

Mein Kommentar: Leider wird man das nicht mehr verhindern können, es sind ja bereits vollendete Tatsachen geschaffen. Die IGA mit all ihren drastischen Umgestaltungen wird durchgezogen – legal, illegal, scheiĂźegal. Allenfalls kann man AusgleichsmaĂźnahmen und evtl. eine teilweise Renaturierung DANACH verlangen.

Claudia Klinger am 14. März 2015

Frisch gebloggt: Neue Artikel aus Berlin- und F’Hain-Blogs

  • Friedrichshain-Blog: Neue Wohnungen fĂĽr den Bezirk – Nach Prognosen der Stadtverwaltung brauche Friedrichshain-Kreuzberg in den kommenden zehn Jahren 10.000 neue Wohnungen – rund 20.o00 Menschen sollen der Statistik nach in den Bezirk ziehen.
  • PIECES OF BERLIN: berlin – der ralf. Seit 20 Jahren in F’hain zuhause fĂĽhlt sich Ralf als „letzter Mohikaner“…
  • Berlin, du bist wunderbar: Kaserne Krampnitz – verlassene Orte besuchen ist ein Hobby, das ich leider kaum mehr pflegen kann. Freue mich aber ĂĽber solche Fotos!
  • Berlin Street: Die Badeanstalten in der Spree – nicht schon immer war das Baden in der Spree verboten! Ein RĂĽckblick.
  • Berlin Blog: Elf U-Bahnhöfe sollen schöner werden – Investitionskosten von insgesamt rund 70 Millionen Euro an;
  • TopTenBerlin: Ostern in Berlin 2015 – Die besten Tipps zu Ostern 2015 in Berlin mit Veranstaltungen, Osterbrunch, OstermenĂĽs und Osterferienaktivitäten mit Kindern.
  • BerlinPankowblogger: Geile Frage – keine Antwort. Eher zeitlos als frisch, doch spricht mir der kurze Rant ja so aus der Seele!

Claudia Klinger am 11. Februar 2015

Satire-Abmahnung: Die Nerven liegen offenbar blank #Nolympia

Dass es in Berlin nicht einfach werden wĂĽrde, die Bevölkerung in olympische Stimmung zu versetzen, hätte man sich denken können. Ein kitschig bunt angestrahltes Brandenburger Tor, ein „Volkslauf“ zum ebenfalls illuminierten Fernsehturm mit grade mal 100 Teilnehmern, allerorten Amtsträger und Funktionäre, die trotzig „Wir wollen die Spiele“ in die Kameras sprechen: es hilft alles nichts, viele Berliner sind nicht grade begeistert und twittern ihren Unmut unter #nolympia.

Und jetzt auch noch die Satire-Abmahnung des Senats! Wegen ein paar an die Nazi-Olympiade 1936 erinnernden Olympia-Motiven, die wohl von niemandem irrtĂĽmlich „fĂĽr echt“ genommen wurden, bekam das Magazin METRONAUT das Abmahnschreiben mit der Aufforderung, die Motive umgehend zu entfernen.

Mangels Geld und Nerven für Prozesse kamen die Metronauten dem zunächst nach, doch erhielten sie binnen eines Tages offenbar genug Unterstützung, um sich nun doch zur Wehr zu setzen:

Metronaut wird auf die gestrigen Abmahnschreiben und den Versuch Satire aus dem Netz zu kriegen keine Unterlassungserklärung abgeben. Es handelt sich um eine zulässige Meinungsäußerung, die nicht untersagt werden kann. Diese ist als Satire erkennbar. Aus diesem Grund nehmen wir auch die beanstandeten satirischen Olympia-Motive wieder online.

Wer sie unterstĂĽtzen will, kann hier per Paypal spenden.

Ich frage mich: Wie kann es ein Senat, der das beispiellose Debakel mit dem BER zu verantworten hat, allen Ernstes daran denken, Olympia veranstalten zu wollen?

Und weiter: Der Berlin-Tourismus läuft so gut wie noch nie, Berlin ist hip, die Jugend der Welt trifft sich hier und die Statistiker verkĂĽnden Monat fĂĽr Monat steigende Besucherzahlen – warum braucht es da noch Olympia?

***

Mehr dazu:

Warum ich gegen die olympischen Spiele in Berlin bin – MitVergnĂĽgen;
Nein, ich will diese Spiele nicht – TanthBlog;

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