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Claudia Klinger am 11. Februar 2015

Satire-Abmahnung: Die Nerven liegen offenbar blank #Nolympia

Dass es in Berlin nicht einfach werden würde, die Bevölkerung in olympische Stimmung zu versetzen, hätte man sich denken können. Ein kitschig bunt angestrahltes Brandenburger Tor, ein “Volkslauf” zum ebenfalls illuminierten Fernsehturm mit grade mal 100 Teilnehmern, allerorten Amtsträger und Funktionäre, die trotzig “Wir wollen die Spiele” in die Kameras sprechen: es hilft alles nichts, viele Berliner sind nicht grade begeistert und twittern ihren Unmut unter #nolympia.

Und jetzt auch noch die Satire-Abmahnung des Senats! Wegen ein paar an die Nazi-Olympiade 1936 erinnernden Olympia-Motiven, die wohl von niemandem irrtümlich “für echt” genommen wurden, bekam das Magazin METRONAUT das Abmahnschreiben mit der Aufforderung, die Motive umgehend zu entfernen.

Mangels Geld und Nerven für Prozesse kamen die Metronauten dem zunächst nach, doch erhielten sie binnen eines Tages offenbar genug Unterstützung, um sich nun doch zur Wehr zu setzen:

Metronaut wird auf die gestrigen Abmahnschreiben und den Versuch Satire aus dem Netz zu kriegen keine Unterlassungserklärung abgeben. Es handelt sich um eine zulässige Meinungsäußerung, die nicht untersagt werden kann. Diese ist als Satire erkennbar. Aus diesem Grund nehmen wir auch die beanstandeten satirischen Olympia-Motive wieder online.

Wer sie unterstützen will, kann hier per Paypal spenden.

Ich frage mich: Wie kann es ein Senat, der das beispiellose Debakel mit dem BER zu verantworten hat, allen Ernstes daran denken, Olympia veranstalten zu wollen?

Und weiter: Der Berlin-Tourismus läuft so gut wie noch nie, Berlin ist hip, die Jugend der Welt trifft sich hier und die Statistiker verkünden Monat für Monat steigende Besucherzahlen – warum braucht es da noch Olympia?

***

Mehr dazu:

Warum ich gegen die olympischen Spiele in Berlin bin – MitVergnügen;
Nein, ich will diese Spiele nicht – TanthBlog;

Claudia Klinger am 13. Januar 2015

Orchideen-Blüte in der Biosphäre Potsdam

Da dieser Event vor allem für Berliner/innen und in der Umgebung Wohnende interessant ist, verweise ich hier mal auf den aktuellen Blogpost im Gartenblog, auf dem zwei Freikarten verlost werden! Einfach in den Kommentaren das Interesse verkünden genügt – NICHT HIER, sondern dort! :-)

Orchideenbanner

Claudia Klinger am 22. Dezember 2014

Preismissbrauch BWB: Rückzahlungen für überhöhte Wasserpreise zwischen 2009 und 2011

Warum es richtig ist, Rückzahlungen für überhöhte Wasserpreise zwischen 2009 und 2011 auf privatrechtlichem Wege einzufordern
- Berliner Wassertisch (Gastartikel)

Berliner Wassertisch

Am 7. Mai 2014 hat das Bundeskartellamt in einer Presseerklärung über einen Vergleich mit den Berliner Wasserbetrieben berichtet. Danach verzichtet die Behörde darauf “eine Rückerstattung von überhöhten Preisen aus den Jahren 2009 bis 2011 anzuordnen”. Im Gegenzug verpflichten sich die BWB dazu, die für die Jahre 2012 bis 2015 vom Bundeskartellamt verfügte Senkung der Wasserpreise um weitere drei Jahre bis 2018 zu verlängern.

weiter…

Claudia Klinger am 22. November 2014

Blogging Berlin – 7 Links, weil hier grade nix los ist

  • Auf und unter der ollen Else – Hommage an die Elsenbrücke, die echt unterschätzt wird (Kiezneurotiker)
  • Auf der Modersohnbrücke – schon älter, aber auch ein wunderbarer “Brückenartikel” vom Kiezneurotiker, der HIER eigentlich einen eigenen Blogpost hier verdient hätte. Statt dessen immerhin ein Zitat:

    Ich mag es wie die Brücke schwankt, wenn ein LKW auf ihr fährt.
    Ich mag sowieso ihre Ästhetik. Die schöne Symmetrie. Das Runde. Den Schwung. Das Schlichte. Und doch nicht Hässliche.
    Ich mag jedoch vor allem die Atmosphäre am Abend, wenn die Sonne über der immer viel zu hektischen Mitte dieser Stadt untergeht und sich hier auf der Modersohnbrücke die Welt trifft, auf ein Bier, oder zwei, oder drei, so entspannt, dass ich froh bin, hier zu sein und nicht dort. An dem Ort, den sie Mitte nennen und an dem ich inzwischen der Alien bin.

  • Schlechte Laune – echt edel vom Taxifahrer, dass er nicht bloggt, welcher Abgeordnete sich da so grenzwertig aufgeführt hat! (Berlin Street)
  • Video: Der Gendarmenmarkt – für viele der schönste Platz in Berlin (Blog@inBerlin).
  • Ausstellungsrundgang: WEST:BERLIN – Die Ausstellung läuft noch bis 28. Juni 2015, Montags geschlossen, jeden ersten Mittwoch im Monat Eintritt frei. Bericht mit Fotos (irgendwie jüdisch).
  • Draußen vor der Tür – warum der Artikel so heißt, bleibt unklar, denn die meisten Szenen spielen DRINNEN in der S-Bahn oder im Taxi (Petitesse).
  • Spionagepilze mit Erlebnisfaktor – Die Field Station auf dem Teufelsberg (visit Berlin)

Claudia Klinger am 11. November 2014

Demo-Aufruf: Berlin trägt wieder Filz – Bodenspekulation und Ausverkauf von Grünflächen und Gärten stoppen!

Pressemitteilung Berlin, 10.11.2014:

Eine breite Allianz von Bürgerinitiativen ruft als „Netzwerk für eine soziale Stadtentwicklung“ zur Demonstration auf:

Freitag, 14.11.2014, 14 Uhr, Fehrbelliner Platz 4 (Rathaus).

Mit Sorge betrachten wir die Zunahme einer rein investorengesteuerten Stadtentwicklung. Mit Sorge betrachten wir die neuerliche stadtweite Aktivität der Groth-Gruppe und ihre enge Verbindung mit der Politik. Wichtige Grünflächen Berlins werden angegriffen.

Ob in der Kleingartenanlage Oeynhausen, am Mauerpark, im Landschaftspark Lichterfelde Süd: Senat und Bezirke verschaffen dem Privatinvestor Klaus Groth Profite in Millionenhöhe. Die Szenarien gleichen sich: in nicht-öffentlichen Verwaltungsvorgängen werden dem Investor vor jeder Bürgerbeteiligung weitreichende Zusagen gemacht, um billig erworbenes Grünland in profitables Bauland umzuwandeln und hochpreisige Bebauung ohne Rücksicht auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in der Nachbarschaft durchzusetzen.

Auf der Strecke bleibt das Gemeinwohl. Bürgerbeteiligung wird zur Farce.

  • Der Wille der 85 000 JA-zum-Erhalt-Wähler des Bürgerentscheids zur Kleingartenanlage Oeynhausen wird borniert übergangen und die Bebauung unbeirrt weiterverfolgt.
  • Im geheimen Städtebaulichen Mauerpark-Vertrag werden Groth vorab Entschädigungen in Millionenhöhe aus Steuergeldern zugesagt, sollte sich das Bauvorhaben gegen demokratischen Widerstand nicht durchsetzen lassen.
  • Ein vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf veranlasstes Gutachten für das ausgewiesene Gelände des Landschaftsparks Lichterfelde-Süd weist 16 bis höchstens 27 Hektar als mögliche bebaubare Fläche aus. Der Bezirk sichert Klaus Groth 39 Hektar Baufläche zu, ohne die Einwände der Bevölkerung zu beachten.

Stadtweit werden so Gärten und Grünflächen vernichtet. Klimatisch und ökologisch wertvolle Flächen werden den Profiten von Investoren geopfert. Für uns bedeutet das: Verlust von Erholungs- und sozialem Begegnungsraum, steigende Mieten, Verdrängung und Verkehrskollaps.

Unsere Forderungen:

  • +++ Grünflächen und Gärten erhalten!
  • +++ Bodenspekulation verhindern!
  • +++ Luxusbebauung stoppen!
  • +++ Langfristig bezahlbaren Wohnraum sichern!
  • +++ Bürgerwillen umsetzen!

Demo Start: 14.00 Uhr Rathaus Wilmersdorf,
Zwischenstation bei Herrn Müller, Noch-Senator für Stadtentwicklung und zukünftiger Regierender Bürgermeister,
Ende vor der Geschäftsstelle der Groth-Gruppe am Kurfürstendamm.

www.oeynhausen-retten.de

www.mauerpark-allianz.de

http://pruefstein-lichterfelde-sued.de

http://thaelmannpark.wordpress.com

www.thf100.de

berliner-gartentisch.net

Claudia Klinger am 3. Oktober 2014

Rudolfkiez: So ruhig hier…

Na klar, der 3.Oktober ist ein Feiertag. Mitten in der Woche fällt es mehr auf als Sonntags, dass es auf einmal so still ist. Unglaublich still: nur selten fährt ein Auto vorbei, auf dem Spielplatz ist morgens auch noch nichts los. Den Bus, der hier früher durchfuhr, gibt es schon lange nicht mehr und die mittlerweile ansässige Kneipe ist keine zum “durchmachen” – also gibts auch keine Betrunkenen, die torkelnd den Heimweg suchen.

Rudolfkiez

Früher – das ist für mich so 2003/2004, als ich hierher zog – war es fast immer so still, bis auf den Bus alle 20 Minuten. Der Unterschied zur Gärtnerstraße, meinem alten Wohnsitz im Boxhagener Kiez, war drastisch: Lieferverkehr, ständige Umzüge, jede Menge Kneipen und Restaurants, relativ enge Häuserschluchten mit Kopfsteinpflaster hatten mich von dort vertrieben. Auch der Blick auf die Häuserwand gegenüber hatte mich deprimiert: nach zwei Jahren Mecklenburg mit seinen weiten Horizonten fehlte mir die Aussicht, wenn ich auch ansonsten froh war, die Langeweile des Landlebens wieder mit der Stadt getauscht zu haben.

In den nun schon 11 Jahren, die ich hier wohne, hat sich der Rudolfkiez gewaltig verändert. Die zur Wahrschauer Straße hin liegende Oberbaum-City ist keine Geisterstadt mehr, sondern voller Unternehmen, deren Mitarbeiter/innen mittags in die Bäckereien, Bistros und Restaurants strömen, von denen es nun auch einige mehr gibt. Die Kneipe schräg gegenüber stand früher leer, dann öffnete sie jemand zu besonderen Events, seit 2008 ist sie als “Café Royal” erfolgreich genug, um zu überleben.

Auch viele Familien mit Kindern sind hierher gezogen. Der große Spielplatz vor der Haustür, die Wiese auf dem Rudolfplatz und rundherum gefühlt eine Kita an der anderen – was will man mehr?
Mit alledem geht natürlich ein größerer Lärmpegel einher, der mich aber nicht groß stört. Ich bin ein “Vorderhaus-Mensch”, der gerne etwas vom Leben da draußen mitbekommt, ohne sich da involvieren zu müssen. Ich sitze Tag für Tag im Homebüro und arbeite an Themen und Aufgaben, die mit meiner konkreten Umgebung definitiv nichts zu tun haben. Da ist es ganz schön, zumindest etwas von dieser Umgebung zu HÖREN. :-)

Modersohnbrücke
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