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Susanne am 25. September 2008

Quo Vadis, Neukölln?

Seit Jahren schon, spätestens aber nach der Rütlikatastrophe, scheint Neukölln in aller Munde. Gemeint ist damit der Ortsteil Neukölln, nicht etwa der Bezirk. Insbesondere Rudow stellt sich ganz anders dar als der harte Norden. Unten im Süden befinden wir uns am biederen Stadtrand von Berlin. Da werden noch Bürgersteige geklappt. Und das ist kein Thema.

Nord-Neukölln hingegen, wie das vermeintliche Slum in der Presse gern genannt wird, ist und bleibt offensichtlich spannend. Hier ist es voll und eng, hier werden viele Sprachen gesprochen, vielfach auch Deutsch übrigens. Hier ist es aber auch ausgesprochen grün und mitunter sogar idyllisch. Unten am Kanal, der zugegebenermaßen reichlich verdreckt ist. Wie so viele Gewässer in Berlin.

Aktuell wird gerne die Aufwertung des äußersten Nordens von Nord-Neukölln beschworen. Künstler und Studenten müssen herhalten, um ein Gegengewicht zur allgemeinen Artmut zu bilden. Wobei ja gerade diese Bevölkerungsgruppen zumeist auch nicht gerade durch Reichtum glänzen. Dennoch: Neukölln ist zur Marke geworden, Neukölln wird verkauft, findet das Gentrification Blog von Andrej Holm dieser Tage.

Und ich? Ich gucke auf die Weserstraße runter, das eigentliche Herz  von Neukölln. Und warte ab, wohin sich dieser Tanker wohl wenden mag in den nächsten Jahren.

6 Reaktionen zu “Quo Vadis, Neukölln?”

  1. Claudia

    Ja, mir scheint, Neukölln wird “in”! Kreuzberg ist schon ewig lang etabliert, PrenzlBerg zu schick und aufgemotzt, Friedrichshain nicht mehr wirklich billig und auch bald fertig saniert… also: Neukölln!

  2. eric mozanowski

    Ich weiss nicht ob das Neukölln tatsächlich schaffen kann!

  3. ossa34

    Zur Babylonischen Namensverwirrung:
    Neukölln ist…..

    http://www.carpeberlin.com/deutsch/web/news-single/article/vom-tanz-mit-der-rieke/

  4. Susanne

    Neukölln ist in Ordnung, soviel steht fest. Was soll es da also noch schaffen? ;-)

    Danke auch für den babylonischen Hinweis. Wer weiß schon, daß “Berlin” genausogut auch “Cölln” hätte heißen können.

  5. Seeunkraut

    Erst lesen, dann zitieren.
    Dann hätte nämich auch auffallen können, dass durchaus nicht Andrej Holm behauptet Neukölln werde verkauft, sondern dass er damit den Tagesspiegel zitiert. Mit einiger Distanz, wie mir scheint. Im Übrigen entsteht hier vorschnell der Eindruck, es müsse sich um Grundstücke, Häuser und ganze Areale drehen, wenn NEukölln verkauft werde, doch meint die eigentliche Quelle des Zitats nur Produkte, die mit dem Label oder der Herkunft “Neukölln” versehen sich mittlerweile gut verkaufen ließen.

  6. Susanne

    Es handelt sich weniger um ein Zitat, als vielmehr um einen Verweis, also das, was man im Net gemeinhin als Link bezeichnet. Allein zu diesem Zweck ist der Titel des verlinkten Artikels quasi “zitiert”.

    Von einem möglichen Verkauf von Häusern und Grundstücken ist tatsächlich weder hier noch in besagtem verlinkten Artikel von Herrn Holm die Rede.

    Ich verbleibe ein wenig ratlos.

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