Prenzlauer Berg – der Gentrifizierungssong

Heute gefunden und amüsiert angehört: Rainald Grebe & Das Orchester der Versöhnung mit einem beeindruckenden und stellenweise sehr witzigen „Abgesang“ auf den Prenzlauer Berg:

„Schwarz-grün wird die Republik, hier ist sie es schon;
Auf dem Nachttisch die Bibel und der Manufactum-Katalog.“

Stimmt das denn mit der Bibel? Bisher hatte ich nicht den Eindruck, als neige die neue Bewohnerschaft im Prenzlauer Berg zu einem kirchlich-religiösen Rollback. Vermutlich hat sich Grebe da einfach verhauen, denn aus einem Tagesspiegel-Artikel vom April 2009 zum Thema „pro Reli“ geht anderes hervor. In „Jung, kinderreich, gebildet – aber trotzdem nicht für Reli“ heißt es:

„Jetzt wissen beide christlichen Kirchen, dass sie an die vielen jungen Zuzügler aus den westlichen Bundesländern keine überzogenen Erwartungen stellen dürfen. Ausgerechnet in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow, deren Bevölkerung seit dem Mauerbau großenteils ausgewechselt wurde, sprachen sich weniger als zehn Prozent der Wahlberechtigten für Pro Reli aus.“

Bibel auf dem Nachttisch? Eher nicht…

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ClaudiaBerlin

Autor: ClaudiaBerlin

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2 Kommentare

  1. Der Grebe hat eine ganz eigene Poesie. ;) Ich mag’s.

  2. Die Bibel auf dem Nachttischchen ist nicht so ganz daneben, denn wenn man an einem x-beliebigen Sonntag mal in die Gethsemane-Kirche geht, dann ist es dort voll, und zwar zu einem großen Teil mit jungen Familien samt Nachwuchs. Das ist für Berlin schon vergleichsweise außergewöhnlich. Heißt glücklicherweise noch nicht, dass diese neuen frommen Bewohner die Bevölkerungsmehrheit im P-Berg darstellen. Siehe ProReli-Abstimmung. Aber es ist was dran an Rainald Grebes Liedzeile.


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