Wohin mit dem Sperrmüll? Gar nicht so einfach!

Dieses Foto von einem Haufen Sperrmüll am Moritzplatz hat Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann kürzlich über Twitter rumgeschickt

Sperrmüll am Moritzplatz

und kommentiert:

„Das waren jetzt nicht das blöde Bezirksamt, die blöde WBG oder die blöde BSR. Das waren die Mieter*innen höchstselbst – jede Woche wieder 😠“

Klar, so eine Ansammlung ist alles andere als schön! Noch dazu, wenn sie keine Ausnahme darstellt, sondern gängige Praxis ist.

„Steht der rolltisch noch?“

fragte daraufhin FhainAlex – und Frau Herrmann meinte dazu noch:

„Die Sperrmülltage früher waren eigentlich doch ne gute Sache…“

Früher war eben alles besser – oder? Ich bedauere selbst die weiträumige Abschaffung der Sperrmülltage, denn ich habe kein Auto und jegliche Entsorgung größerer Gegenstände wird so zum Problem. Der BSR stolze 50 Euro zahlen, um mal ein paar Altmöbel abholen zu lassen, mag ich mir auch nicht leisten. Also steht sowas erstmal im Keller, bis ich irgendwann mal doch ein Auto mieten muss oder die Dinge, die noch brauchbar sind, in einer Entrümpelungsaktion über mein Gartenblog loszuwerden suche.

Nun ist manches aber wirklich nurmehr Müll und nicht jeder hat einen Keller oder der ist schon voll. Was dann? Um zu einem Recyclinghof zu fahren, wo man derlei Gerümpel kostenlos abgeben kann, benötigt man wiederum ein Auto – hat gerade in Berlin nicht jeder, denn hier kommt man die meiste Zeit gut ohne klar.

Was sollen also speziell arme, autolose Anwohner ohne Keller machen, wenn sie Sperrmüll loswerden wollen?

Solange es dafür keine sozialverträgliche Lösung gibt, wundert es nicht, dass die Dinge einfach auf die Straße gestellt werden.

Warum wurden Sperrmülltage abgeschafft?

In vielen Städten und Gemeinden wurden die einst üblichen Sperrmülltage abgeschafft. Das waren einst wunderbare Gelegenheiten, noch Brauchbares zu finden, was alsbald auch Trödler intensiv nutzten. Googelt man „Sperrmülltag“ trifft man auf Klagen von Anwohnern und Verwaltungen, dass diese Professionellen gut gestapelten Sperrmüll in chaotische Müllfelder verwandelten. Mehr als das wird jedoch der allgemeine Trend zur Kostensenkung und Privatisierung der Grund sein, dass der Sperrmülltag aus der Mode gekommen ist.

Einzelne Wohnungsbaugesellschaften wie etwa die DEGEWO veranstalten gelegentlich Sperrmülltage für ihre Mieter. Gute Sache, aber nur eine punktuelle, keine flächendeckende Lösung. Will man die illegale Entsorgung wirklich stoppen, muss die Politik aber eine Lösung finden!

Wenn die Dinge, die man loswerden will, noch halbwegs brauchbar sind, gibt es immerhin folgende Möglichkeiten:

Wer seine Sachen über die Nachbarschafts-Communities los wird, verursacht auch keinen zusätzlichen Verkehr/Schadstoffausstoß, denn die Dinge bleiben in der Nachbarschaft, müssen also meist nicht mit Auto transportiert werden. Hab‘ ich schon genutzt und es klappte recht schnell.

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ClaudiaBerlin

Autor: ClaudiaBerlin

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Ein Kommentar

  1. jetzt wo du es schreibst… stimmt, früher war das gang und gäbe mit den sperrmülltagen. schade, dass sie abgeschafft wurden. ich hab schon lang keinen sperrmüll mehr vor den häusern gesehen (zur geplanten abholung bzw. zum frei bedienen). bei kleineren sachen iwie lampen klappt es noch gut, sie mit einem schild „zu verschenken“ in den hausgang zu stellen (gerade in größeren anlagen finden sich immer dankbare abnehmer), aber mit möbeln wird es schwierig.


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