ClaudiaBerlin am
1. April 2008

Am 6.April ist die Finnisage in der Zwinglikirche

…und zwar um 18 Uhr. Dann zieht der Verein “KulturRaum Zwinglikirche“, der die Ausstellung “Upper East Side” veranstaltet, Bilanz und feiert mit den Gästen den letzten Abend.

Zwinglikirche am Rudolfplatz

Schon jetzt ist die Ausstellung ein Erfolg, denn es kamen über 5000 Besucherinnen und Besucher, um Infos, Bilder und Filme aus dem Alltag des Rudolfkiezes anzusehen. Man wünscht sich mehr solche Ausstellungen in der Zwingli-Kirche!

ClaudiaBerlin am
3. März 2008

Dummer Kulturstreit um satirische Kunst

Dass es momentan nur selten einen Beitrag gibt, liegt daran, dass ich ein paar Wochen in Kambodscha Urlaub mache. Da habe ich zwar Netzzugang, doch reise ich auch viel herum und komme dann zu nichts: erleben statt schreiben ist angesagt!

Ab und an schaue ich aber mal nach, was gerade die heimischen Gemüter bewegt. Und fand prompt den neuen Skandal um die Plakatausstellung in Moabit. Wie DER SPIEGEL berichtete, drohten aufgebrachte Muslime mit Ärger, wenn das Bild „dummer Stein“ nicht entfernt werde, dass die Kaaba zeigt – immerhin das höchste islamische Heiligtum.

Natürlich kann man sich solchem Druck nicht beugen und das Bild entfernen. Ob es aber gleich nötig war, die ganze Ausstellung zu schließen, wage ich zu bezweifeln. Nun wird ein „neues Sicherheitskonzept“ ausgearbeitet, bevor man die Galerie Nord wieder öffnen will.

Das wäre doch gleich mal eine schöne Gelegenheit, offensiv und gleichzeitig kreativ für europäische Werte (hier: Kunstfreiheit) einzutreten – etwa so: Man parkt einen martialischen Panzerwagen vor der Galerie, wie er etwa zum Schutz jüdischer Einrichtung gerne Verwendung findet, und schreibt in großen Lettern drauf:

DUMMER PANZERWAGEN

Vielleicht kann man mit solch „ironischer Politik“ ein wenig von der Gelassenheit vermitteln, die manchen im Umgang mit der Kunstfreiheit noch etwas schwer fällt.

ClaudiaBerlin am
11. Februar 2008

Ausstellung in der Zwinglikirche am Rudolfplatz

In der am 9.Februar 100 Jahre alt gewordenen Zwinglikirche hat die Ausstellung „Upper East Side“ eröffnet: Gesichichten und Geschichte des Kiezes rund um den Rudolfplatz – von Kneipenkultur bis zur Geschichte der Kirche, die zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten für die Öffentlichkeit wieder zugänglich ist.

Ausstellung am Rudolfplatz

Zustande gebracht wurde die Ausstellung vom Verein „KulturRaum Zwinglikirche“ und dem Bezirksamt Kreuzberg-Friedrichshain. Chef-Kurator Martin Wiebel sagte dem Berliner Abendblatt, was mit der Veranstaltung bezweckt wird:

„Ziel ist, ehemalige wie auch neue Bewohner des Stadtteils die Zeitgeschichte des vergangenen Jahrhunderts erleben zu lassen. Sie begegnen der Geschichte des 20. Jahrhunderts, können einen Gang durch eRinnerungsräume machen, Zeitzeugen in über 20 Stunden Videodokumentation erleben und hautnah nachvollziehen, wie dieses Friedrichshainer Stadquartier wurde, was es ist und zukünftig werden kann“.

Die Ausstellung geht bis zum 4.April und ist Mittwochs bis Sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

ClaudiaBerlin am
1. Februar 2008

Il Ritrovo – toller Italiener im Boxhagener Kiez

Also so gut hab‘ ich in Friedrichshain lange nicht gegessen! Endlich gibts einen Italiener im Kiez, bei dem das Essen fast „italienischer“ schmeckt als in Italien, wo ja vielerorts die Qualität dem schnellen Touristen-Durchlauf geopfert wird. Krosse, gut gewürzte Kartoffel-Ecken, fantastischer Spinat – um tolle Hauptgerichte bemühen sich ja alle, aber hier schmecken eben auch die Beilagen ganz besonders.

Il ritrovo

Die Ausstattung des „Ritrovo“ ist so, dass man es Berlin-Besuchern als „typisch Friedrichshainerisch“ vorstellen kann: zeitgemäß rustikal, Grafitti-mäßig mit Lobeshymnen der Gäste auf den Wänden verziert, keine Speisekarte, sondern Tafeln an den Wänden.

Nicht im Bild ist der große, holzbefeuerte Pizza-Ofen, der mitsamt der Zu- und Abluft-Anlage von der Firma Goltz Klima gebaut wurde, auf deren Website ich mir das Bild ausgeliehen habe. :-)

Das Ritrovo ist die Friedrichshainer Filiale des berühmten Kreuzberger „Il Casolare“ und befindet sich in der Gabriel-Max-Straße 2 (Ecke Wühlischstraße 29). Hier mal der Plan und noch ein paar Erlebnisberichte. Die Bedienung scheint sich gebessert zu haben, jedenfalls war bei meinem Besuch alles perfekt.

ClaudiaBerlin am
29. Januar 2008

Guter Kuchen in Friedrichshain?

Da musst du lange suchen!

Auf dem samstäglichen Markt am Boxhagener Platz gibt es einen Kuchenback-Stand, dessen Blechkuchen schon mittags komplett ausverkauft sind. Die verschiedenen Obststreuselkuchen schmecken wie selbst gemacht, also so, wie es wird, wenn man sich an ein einfaches Mürbeteig-Rezept hält und loslegt. Ich wundere mich immer, warum die Leute nicht MEHR Kuchen vorbereiten und verkaufen, bis der Markt zu Ende ist – der Bedarf wäre jedenfalls da, es bilden sich regelmäßig Schlangen und viele sind enttäuscht, nichts mehr abzubekommen.

Warum kein Bäcker und kein Café weit und breit mal auf die Idee kommt, solche schlichten, aber guten Kuchen anzubieten, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben! In nahezu ALLEN Bäckereien, die ich in Friedrichshain je besuchte, gibt’s ja nur die immerselben „süßen Stückchen“: viel Mehl, viel Zucker, wenig Geschmack. NAHEZU deshalb, weil ich in der Lembruckstraße 6 eine Bäckerei fand, bei der die Stückchen ein wenig „anders“ schmecken: hefiger die Schnecken, alles mit etwas mehr Geschmack. Ob der Betrieb immer noch René Pankow gehört, der noch im Jahr 2003 mit der original Ostschrippe Aufsehen erregte, weiß ich nicht – jedenfalls decke ich jetzt meinen Süßbedarf nur noch dort! (Der Laden ist neuerdings auch renoviert und wirkt nicht mehr so antiquiert wie zuvor).

ClaudiaBerlin am
14. Januar 2008

Bundes-Knut statt Bundesadler!

Nun ist es also dem Nürnberger Zoo gelungen, mit seinem „zur Sicherheit“ der Mutter entrissenen Eisbärbaby „Flocke“ den Knut-Hype weiter zu führen – herzlichen Glückwunsch! Flocke bekommt die ersten Zähne, Flocke-Fans legen den Nürnberger Server lahm, Flocke hat eine eigene Website – die Neuigkeiten überschlage sich und täglich kommen hunderte Anfragen von Medien aus aller Welt dazu. Schon verlangen gestandene Knut-Fans die Zusammenlegung von Knut und Flocke, wenn das „Mädchen“ im passenden Alter ist. Man will eine nette Eisbärfamilie und lauter kleine Knuts und Flockes sehen -. huch, wie süß!

Ich meine, es ist Zeit, aus der großen Liebe der Deutschen zu ihren Eisbärmaskottchen Konsequenzen zu ziehen: Weg mit dem Bundesadler – her mit dem Bundes-Knut!!! Auf Wappen, Fahne und im Plenarsaal sollte ein Eisbärbaby prangen, denn mit diesem Tierchen haben Deutsche viel am Hut, wogegen der alte Adler doch nur Altlast aus pathetisch-nationalistischen Zeiten ist! Entsorgen wir ihn doch einfach und geben der Welt damit ein Zeichen, dass auch nationale Symbole nicht tierisch ernst, sondern tierisch süß sein können. Das Bundesbärchen wird eine friedlich-freudige Stimmung, viel Liebe und viel viel Spass verbreiten!