Freiheit statt ANGST??

Info-BannerAch nee, da sind sie ja wieder: die Banner und Buttons, demnächst dann sorgfältig gepinselte oder lässig gesprühte Plakate und Transparente mit dem denkwürdigen Motto „Freiheit statt Angst“.

So sehr ich das Anliegen der Aktiven teile, so voll daneben finde ich diesen Slogan. Ich war sogar bei der letzten Demo, da fand‘ ich es auch schon extrem ärgerlich, mit so einem Jammerspruch daher zu kommen. Selbstbewusste Bürger fordern den Erhalt ihrer gesetzlich garantierten informationellen Selbstbestimmung, weisen die staatliche Datensammelwut in ihre Grenzen – weinerliches „Huch, wir haben ja so Angst!“ ist nicht die Art politischer Auftritt, die ich da hilfreich finde (bin halt noch aus einer anderen Generation). Ich habe jedenfalls keine Angst – und ich nehme es auch den Aktivisten nicht ab, dass sie vor der Zukunft zittern!

„German Angst“ fällt mir dazu ein – dafür ist der Slogan mal wieder ein treffendes Beispiel!

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ClaudiaBerlin

Autor: ClaudiaBerlin

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6 Kommentare

  1. Du hast recht. Es ist ein jämmerliches angsterfülltes Motto. Lass mich kurz drastisch werden, ich bin es eh: „Aus einem verzagten Arsch, kommt kein fröhlicher Pfurz.“

    Demonstrationen nennt man das neuerdings, wenn ein paar angsterfüllte Leutchen verzagt vor sich hinstolpern schwer bewacht von viel Polizei, fotografiert, biometrisiert und selbst die Urinprobe der möglicherweise marxistischen Großmutter liegt schon bei Gericht vor um gegen den Demonstranten verwandt zu werden.

    Das sind keine Demonstrationen, das sind Beerdigungzüge. Sie interessieren niemanden, sie bewirken nichts, sie machen nur noch mutloser und helfen damit dem Gegner.

    Jemand der öffentlich sagt das er die Bundeswehr im Inneren braucht, der sagt damit auch, das er die auf den Bürger schießen lassen will, dem ist mit solchen Häufchen nicht beizukommen. Ihr gebt ihm nur die Namensliste für die Verhaftungen.

    Entweder es wird gekämpft, oder ihr unterwerft euch. Unterwerfen ist gar nicht so schwer. Man muss sich einfach nur einreden den schweren Stiefel zu lieben der einem im Genick sitzt und ihn dann ausgiebig küssen, wenn man die Gelegenheit dazu hat.

    Entweder man will Revolution, also eine grundlegende Systemveränderung oder man unterwirft sich. Dazwischen gibt es nichts. Zumindest nicht mehr.

  2. Claudia

    @Jochen: danke für die ausführliche Einlassung! Solange du nicht „abmahngefährdend“ schreibst, darfst du ruhig drastisch sein. :-)

    Was die „Revolution“ angeht, so war mir dieser Terminus schon in der frühen Jugendzeit zu unkonkret und auch suspekt: so ein Abstraktum, das „irgendwie“ das Ende aller Gemeinheiten bedeuten sollte, doch bietet die Geschichte ja einige unangenehme Beispiele, wie das so abgehen kann. Hab‘ ich da Lust drauf? fragte ich mich schon damals als Mitglied der nichts-mehr-so-ganz-ernst-nehmenden Spass-Generation der wilden 70ger – und verneinte das innerlich.

    Systemveränderungen könnten m.E. heute auch ganz gewaltfrei und „wie beiläufig“ erfolgen, wenn die richtigen Leute ihre Überzeugungen ändern und einfach an ein paar Schräubchen drehen – die Immobilienkrise hat da doch viele schon recht nachdenklich gemacht, so dass Forderungen nach staatl. Regulierungen aufkamen von Seiten, von denen man es nie erwartet hätte.

    Zwischen Unterwerfung und Revolution gibts im Übrigen schon noch ein paar weitere Verhaltensweisen, die bei so manchem Thema (Häuserkampf / Sanierung, AKWs, Stationierung Pershing2, etc.) den Unwillen bzw. die Kritik von Teilen der Bevölkerung auf eine Weise „rüber brachten“, die einige Wirkung entfaltete.

    Dass das heute so nicht mehr geht, liegt wohl daran, dass z.B. die Überwachung im Sinne der Mehrheit ist, die sich dadurch tatsächlich sicherer fühlt – und ansonsten auch selber gerne an jeder Ecke andere beobachtet und sich beobachten lässt. Einfach so zur voyeuristischen Unterhaltung und narzistischen Selbstinszenierung. Viele WOLLEN furchtbar gerne von möglichst vielen überwacht werden… da fällt es dann schwer, dagegen zu sein, wenn Schäuble & Co. auch gucken / zuhören / mitlesen wollen.

  3. Ich wollte nur kurz anmerken, dass ich glaube, dass du den Aufruf etwas missverstehst. „Freiheit statt Angst“ bezieht sich m.E. nicht auf die Demonstranten, sondern zielt vielmehr auf die Politik Schäubles, die lediglich Ängste schürt(bspw. vor Muslimen), anstatt nur ansatzweise kühle politische Analyse zu sein und/oder Problemlösungsbereitschaft bereit zu stellen. Würde er dies nämlich tun, wären die ganzen Eingriffe in die Grundrechte vollkommen überflüssig und auch unplausibel. Nur potentielle Angst ermöglicht eine Politik im Sinne Schäubles.
    Ach so und wegen der Finanzkrise, das ist doch reine Rhetorik für die WählerInnen; Worte und Taten in diesem Bereich unterscheiden sich doch in höchstem Maße. Daher mein Tip: Nicht alles glauben was Politiker XYZ so von sich gibt

  4. Claudia

    @Aufklaerung: wenn ein Slogan derart missverständlich ist, dann ist es ein mieser Slogan, sorry!
    Und meine Bemerkung mit dem Umdenken bezog sich nicht auf Politiker, sondern auf Ackermann u.a., die im Finanzgeschehen eine Rolle spielen und seit der Immokrise nun doch die eine oder andere Regulierung in Betracht ziehen.

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