…die Wahlkampfplakate auf der Modersohnbrücke! Diesmal hat die SPD die Lufthoheit über dem „Ort der Kraft“ – ob es was hilft? In Friedrichshain-Kreuzberg sind traditionell die GRÜNEN stark. Ein wenig das Wasser abgraben wird ihnen die Linkspartei, von der sich viele Hartz4er am besten vertreten sehen – oder sehen das vor allem ehemalige Wessis so?
Irgendwie hat dieser Wahlkampf für mich nichts Spannendes, nichts Erregendes. Die Parteien und ihre Vertreter wirken durchweg provinziell, ich kann mir nicht helfen! Wowereit geht noch hin als Bürgermeister: er hat sich immerhin durch sein „und das ist gut so“ um die Akzeptanz sexueller Minderheiten verdient gemacht und zudem einen Spruch gelandet, der mittlerweile für alles und jedes verwendet wird. Aber sonst?
Vielleicht liegts ja auch an mir: ich schau nicht mehr so oft Abendschau, die Berliner Zeitung ist zum Info- und Entertainment-Häppchen-Blatt mutiert, die TAZ ist mir zu teuer und der Tagesspiegel zu langweilig. Ein richtig spannendes Berlin-Medium gibts eigentlich nicht – mal abgesehen vom Hauptstadt-Blog, das ich richtig klasse finde!






Ein Grund, warum ich mir nach 20 Jahren Kreuzberg und zwei Jahren Stadtflucht in Mecklenburg nun Friedrichshain als Wohnort aussuchte, war der morbide Charme seiner „unaufgeräumten Ort“. Die Viertel zwischen Frankfurter Allee und der Spree erinnerten mich an das Kreuzberg der wilden 80ger Jahre. Ich fühlte mich heimisch beim Anblick der Gerüste vor vielen Häuserfassaden und genoß die Spaziergänge Richtung Stralau und Rummelsburger Bucht, wo es noch viele ungestaltete Plätze gab, die mir in fußläufiger Entfernung wahre Erholung schenkten: viel sich selbst überlassenes Grün, Brachland und große alte Backsteinbauten, die lang schon niemand mehr nutzte.


