ClaudiaBerlin am
6. September 2007

Beim Araber in der Revaler Straße

Und wieder erregt ein Gammelfleisch-Skandal die Gemüter derjenigen, die vom Döner einfach nicht lassen können. Die BZ veröffentlicht Listen der betroffenen Döner-Buden, die angeblich nicht gemerkt haben, was sie da auf dem Spieß haben. Tipps zur Erkennung des Ekelfleisches machen die Runde (darf nicht grau sein und nicht süßlich riechen!), die die Frage aufwerfen, ob die Konsumenten eigentlich noch über Geschmacksnerven verfügen.

WARUM, frage ich mich, steigen die Leute nicht um? Zum Beispiel auf Falafel oder Halloumi? Mit der vegetarischen Boulette und dem leckeren Bratkäse geht man kein Risiko ein, zudem schmeckt es wirklich toll!

Gericht mit Halloumi

Mein Lieblings-Araber in Friedrichshain ist in der Revaler Straße, ziemlich weit oben zur Warschauer hin, gegenüber dem RAW-Gelände. Falafel schmeckt dort pikanter als anderswo, es ist erstaunlich preiswert und die Bedienung super nett. Wer mag, trinkt zum Essen den kostenlosen Tee aus dem Samowar, der mich drüber nachdenken lässt, mir auch so ein Gerät anzuschaffen! (Achtung: mindestens dreimal soviel heißes Wasser zum Tee-Extrakt schütten!)

ClaudiaBerlin am
30. August 2007

20 gute Gründe, nach Berlin zu ziehen

Berliner Wahrzeichen

Eine sommerliche Grillfete mit internationaler Beteiligung nahm ich zur Gelegenheit für eine Umfrage, was es eigentlich ist, das die Menschen nach Berlin zieht. Und das ist dabei heraus gekommen:

  1. In Berlin leben viele Künstler, Musiker, Gründer und Kreative, die Atmosphäre ist sehr inspirierend.
  2. Berlin ist die Hauptstadt der elektronischen Musik.
  3. In Berlin leben mehr Zugezogene als Einheimische, wobei es DIE BESTEN sind, die z.B. aus Schwaben und Bayern abhauen, um freiere Luft zu atmen.
  4. Berlin ist preiswert, die Mieten sind vergleichsweise niedrig, es gibt noch viel Platz
  5. In Berlin braucht man kein Auto, der öffentliche Nahverkehr ist spitzenmäßig ausgebaut.
  6. Berlin ist weniger hektisch als andere Großstädte.
  7. Berlin hat viel Grün und viel Wasser, breite Frischluftschneisen führen von allen Seiten ins Zentrum.
  8. Berlin liegt seit dem Mauerfall sehr zentral in Europa und verbindet Ost und West
  9. Berlin ist sehr international – kaum jemand erkennt alle Sprachen, die man in der S- oder U-Bahn so hört.
  10. Berlin ist multikulturell, tolerant und locker: auch der Promi kann hier noch einfach Mensch sein. Durch Ämter und Würden, Orden und Ehren lassen sich Berliner kaum beeindrucken.
  11. In Berlin ist jede Menge los – das fühlt sich gut an, auch wenn man es gar nicht nutzt.
  12. Das Berliner Wetter ist angenehm, vor allem wegen der frischen Luft, die aus dem weitgehend flachen Umland herein weht.
  13. In 150 Jahren wird die Ostsee bis nach Berlin reichen – dafür üben die Berliner jetzt schon in ihren vielen sommerlichen Strandbars.
  14. Keiner Stadt wurde so schnell so viel Geld gestrichen wie Berlin nach der Wende. Die ständige Pleite-Situation dieser Stadt führt dazu, dass Leute kommen, die Freiräume suchen und nicht Subventionstöpfe.
  15. Berlins Bürgermeister Wowereit hat sich um Toleranz in Sachen sexueller Orientierung verdient gemacht: es ist jetzt leichter, offen schwul zu leben, auch wenn man in der Öffentlichkeit steht.
  16. Es gibt für jeden Menschen ein passendes Berlin: zwischen Kreuzberg-Friedrichshain, Wannsee, Marzahn, Schöneberg, Lichtenberg oder Neukölln liegen Welten.
  17. Arm, aber sexy: in Berlin gilt Geist mehr als Geld.
  18. In Berlin sind viele verschiedene Wohnformen möglich: chaotische Fabriketagen, schicke Lofts, Gründerzeithäuser, Plattenbauten, Baushaussiedlungen, Wagenburgen, Jugendstil-Villen, Gemeinschaftsprojekte und vieles mehr.
  19. Berlin hat alles doppelt und dreifach: Opern, Fernsehtürme, Universitäten, Sternwarten – und dazu jede Menge Theater, Clubs und die verrücktesten Locations für alles, was den Kreativen so einfällt.
  20. Berlin lässt kaum jemanden kalt: entweder man liebt es oder man hasst es, bzw. ignoriert es.

ClaudiaBerlin am
24. August 2007

MV tut gut! Norddeutsche Länderslogans

Morgen geht es mit Bahn und Fahrrad an die Ostsee. Ich werde wieder die weiten Horizonte Mecklenburgs sehen, die mir während meiner zwei Jahre auf Schloss Gottesgabe so ans Herz gewachsen sind. Zwar bin ich 2001 nach Berlin zurück gekehrt, doch bin ich gewiss nicht „auf dem norddeutschen Auge blind“, wie ein Leser im Kommentar zum letzten Beitrag schreibt.

Es war einfach ein Lapsus, die Werbeslogans der nördlichen Länder nicht auch zu erwähnen – das sei hier nachgeholt:

  • Mecklenburg-Vorpommern: „MV tut gut“ (naja, die Abkürzung find ich da nicht so toll!)
  • Schleswig-Holstein: „Land der Horizonte“ und „Urlaub, soweit das Auge reicht“.
  • Niedersachsen: „Sie kennen unsere Pferde, erleben Sie unsere Stärken.“

Wer mal sehen will, was mir an „McPomm“ so gefallen hat, schaue auf die Seite „Abschied“.

ClaudiaBerlin am
19. August 2007

Berlin ohne Slogan?

Wie ich dem aktuellen ZEIT-Magazin entnehme, hat Berlin mit Bayern gemeinsam, noch keinen offiziellen Werbeslogan zu besitzen. Der bekannteste Spruch ist wohl der aus Baden-Württemberg „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ (Den hatte die Agentur „Scholz & Friends“ zunächst Sachsen angeboten, die ihn aber nicht wollten!).

Wenig originell finde ich die Slogans von Bremen („Bremen erleben“), Hamburg („Metropole Hamburg. Wachsende Stadt“), Sachsen („Sachsen. Land von Welt.“ – naja…), Saarland („Saarland. Schön, dass du da bist.“ – haben sie Angst, übersehen zu werden?)., NRW („Nordrhein-Westfalen. Zusammen. Stark.“ – was für eine Grammatik!) und Thüringen („Deutschlands starke Mitte“). Sehr selbstbewusst kommt das „An Hessen führt kein Weg vorbei“ daher, wogegen „Wir machen’s einfach.“ aus Rheinland-Pfalz eher Fragen aufwirft: Machen sie (Kompliziertes) EINFACH oder machen sie einfach drauf los, ohne lange nachzudenken??? Weiterlesen →

ClaudiaBerlin am
14. August 2007

Der Schießbefehl als Medienhype

An der Aufregung um das Schriftstück, dass den eindeutigen und drastisch formulierten Schießbefehl für eine STASI-Einheit der DDR-Grenzsoldaten enthält, kann man sehen, wie zersplittert und chaotisiert unser aller Blick auf die Geschichte schon ist.

Dass überhaupt darüber gestritten wird, dass es diesen Schießbefehl gegeben hat, war mir in der Form neu: es klang in den Medien, als gehe es dabei um eine nun endlich entschiedene wichtige Streitfrage zwischen „Ossis“ und „Wessis“ – 18 Jahre nach der Wende! Hat denn irgend jemand geglaubt, die Schüsse an der Mauer, die Todesopfer, dieser ganze Horror sei lediglich Fehlverhalten einzelner Grenzer gewesen?

Nun also die „Entdeckung des Beweises“, der sich kurz darauf als Sommerloch-Ente erweist, denn solche Schriftstücke wurden offenbar auch früher schon gefunden.  Nur WUSSTE das nicht mal die Birkler-Behörde, auch nicht die Presse, die allem aufsitzt und unrecherchiert hinterher schreibt, was irgendwie so klingt, als werde es die Emotionen hochkochen lassen. Da kommt mir das Kotzen!

Wer mehr zum Thema lesen will, kann mal die Statements der Leser im Abendschaublog sichten: Menschen, die davon berichten, wie gang und gäbe, wie alltäglich der Schießbefehl gewesen ist. Und bloß weil ein GRENZ den Schießbefehl noch abstreitet, tut man so, als sei das eine „Behauptung“ gewesen, die erst noch bewiesen werden müsste?? Hauptsache, die Schlagzeilen machen genug Wind? Der Journalismus in diesem Land ist wahrlich am Ende!

ClaudiaBerlin am
29. Juli 2007

Brat Pitt sucht das ruhige Leben in Berlin

…so melden es gerade die Gazetten. Seine Lebensgefährtin Angela Jolie braucht mehr Entspannung: „Ich will, dass sich Angelina irgendwo fern des Scheinwerferlichts niederlässt. Sie hat in letzter Zeit viel Gewicht verloren und unser Plan, nach Berlin zu ziehen, hat damit etwas zu tun.“

Normalerweise interessieren mich die Vorhaben irgendwelcher Promis nicht, doch diese Nachricht erscheint mir der Erwähnung wert: BERLIN als Rückzugsort abseits des Rampenlichts – ist das nicht wunderbar? Hier finden Paparazzi-Verfolgte Zuflucht, hier ist man Mensch und darf es sein – wie schön! Wer wohl noch alles kommen wird?

Hoffentlich werden Berliner Taxifahrer und andere Dienstleister nun nicht plötzlich scheiß-freundlich! Gerade ihre stoischen Ruhe, die sich durch Prominenz nicht beeindrucken und aus der legendären Unfreundlichkeit reißen lässt, ist ein Standortfaktor, auf den wir nicht verzichten wollen. Denn was ist dieses „Rampenlicht“, vor dem Bratt Pitt flieht? Es ist die ständige Sonderbehandlung, die allen Stars und anderen bekannten Größen zu Teil wird, so dass ein „normales Leben“ gar nicht mehr möglich ist. Arme Promis! Ich wünsche Glück beim Untertauchen in der Hauptstadt!